Langenhard und Rikon hat es «mit Vollgas» getroffen
In der Nordostschweiz hat es in der Nacht auf Mittwoch erneut stark geregnet. Lokal fiel teilweise viel Niederschlag. Keller standen unter Wasser und Strassen wurden überflutet. Im Tösstal hat es Langenhard und insbesondere Rikon getroffen. «Mit Vollgas», wie Roman Siegenthaler, Kommandant der Feuerwehr Zell, auf Anfrage sagt.
Er spricht von 30 Einsätzen zwischen Dienstagabend 19 Uhr und Mittwochmorgen um 3 Uhr. Fast die gesamte Mannschaft der Feuerwehr Zell war in dieser Zeit im Einsatz – rund 40 Personen. Fotos der Feuerwehr zeigen, dass der Dorfplatz in Oberlangenhard zwischenzeitlich fast knietief unter Wasser stand. Auch vor dem Altersheim Spiegel in Rikon sammelte sich das Wasser.
«Ich schätze, einige Autos erlitten dadurch wohl Totalschaden.»
Roman Siegenthaler, Kommandant Feuerwehr Zell
In Rikon kam hinzu, dass viel Wasser von Langenhard hinunter ins Tal floss. Unter anderem über den eingedolten Dorfbach. Dieser konnte mit der Zeit aber schlicht das Wasser nicht mehr schlucken. Die Folge: Der Bach hat sich in Rikon in eine Tiefgarage entleert. «Ich schätze, einige Autos erlitten dadurch wohl Totalschaden», sagt Siegenthaler.
Bis auf Kopfhöhe
Die Situation war teils dramatisch. «Es gab Keller, die bis auf Kopfhöhe mit Wasser gefüllt waren», sagt Siegenthaler. «Waschmaschinen schwammen uns teilweise entgegen.» Kurzzeitig stand auch die Tösstalstrasse beim Dorfausgang Rikon in Richtung Kollbrunn einige Zentimeter unter Wasser. Da hat sich die Lage mittlerweile wieder beruhigt. Um den ganzen Wassermassen Herr zu werden, musste die Feuerwehr unter anderem auf die Pumpen vom Zivilschutz Tösstal zurückgreifen.
In der Nacht auf Mittwoch habe es auch einige Einsätze in Kollbrunn gegeben, sagt Siegenthaler. Aber eher kleinere. Das war am Montagabend noch anders. Da traf es in der Gemeinde Zell vor allem Kollbrunn. Ein Foto der Feuerwehr zeigt zum Beispiel ein Haus im Haspel-Quartier, wo das Wasser von allen Seiten an das Haus heran floss.
«Lage beruhigt»
Bereits am Montagabend hatte ein Gewitter das Tösstal stark getroffen. Sintflutartige Regenfälle gebietsweise gepaart mit Gewitter und Hagel führten zu Erdrutschen, vollen Kellern und überfluteten Strassen. Bereits da war auffallend, dass das Unwetter mangels Wind kaum weiter zog und dabei lokal teilweise sehr grosse Niederschlagsmengen an einem Ort fielen. Besonders stark getroffen wurden am Montagabend Schmidrüti und das Steinenbachtal.
Die Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg (TWW) war am Montagabend mit rund 70 Personen im Einsatz. Im Gegensatz zur Feuerwehr Zell hatten sie es am Dienstagabend aber ruhiger. Christian Wullschleger, Kommandant der Feuerwehr TWW, sagt, dass man einzig zu einem kleineren Einsatz nach Turbenthal ausrücken musste. Die Feuerwehr Bauma hatte laut Kommandant Beat Bosshard am Dienstagabend gar keinen Einsatz. «Die Lage hat sich beruhigt.»