An der Kreuzung Bahnhof-/Neuhofstrasse unterhalten sich ein Fussgänger und ein Autofahrer leicht gereizt über Verkehrsregeln. Autofahrer: «Was läufst du mir direkt vors Auto, du Idiot?» Fussgänger: «Geht’s noch? Hier ist Tempo 30, ich habe Vortritt!» Der Autofahrer braust davon, der Fussgänger winkt ihm mit dem Stinkefinger hinterher.
Es ist Montagmorgen, 7.15 Uhr, Tag fünf seit der Einführung von Tempo 30 im Dübendorfer Stadtzentrum. Und eines kann man schon mal sagen: Zum «kompletten Chaos», wie es einige besonders pessimistische Gegner der Massnahme prophezeit haben, ist es nicht gekommen. Wie Ende Woche rollt der Verkehr einigermassen unspektakulär durch die Rushhour.
Ein bisschen Rumgefuchtel
Wobei es immer wieder zu temporären Verkehrskolläpschen kommt, die meistens damit zu tun haben, dass das Vortrittsrecht unterschiedlich ausgelegt wird. Dass neu Rechtsvortritt gilt, sorgt etwa auf der Kreuzung Bahnhofstrasse/Strehlgasse immer wieder für Verwirrung. Die einen haben sich noch nicht daran gewöhnt, dass sie eigentlich vom Gas sollten, während die anderen es offenbar gar nicht glauben können, dass sie nun nicht mehr endlos warten müssen.
Sobald zu viele Autofahrer mit unterschiedlichen Verkehrsregeln im Hinterkopf aufeinandertreffen, verkeilen sie sich regelrecht ineinander. Nach ein bisschen Rumgefuchtel und dem einen oder anderen Hupen löst sich der Knäuel aber jeweils schnell wieder auf.

