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Dübendorfer Stadtrat kritisiert Pläne der Post

Die Post-Filiale im Insiderpark ist bei Kriminellen beliebt, nicht aber bei den Kunden – und muss deshalb schliessen. Damit verschlechtert sich die Versorgung in Dübendorf-Nord markant. Der Stadtrat ist wenig erfreut über diese Entwicklung.

Nicht gerade an bester Passantenlage: Die Post-Filiale in der Überbauung Insiderpark beim Bahnhof., Die Filiale wurde innerhalb von zwei Jahren schon drei Mal ausgeraubt.

Archiv: Laurin Eicher

Dübendorfer Stadtrat kritisiert Pläne der Post

Erst 2015 ist die moderne Post-Filiale im Insiderpark gleich neben dem Bahnhof Dübendorf neu eröffnet worden. Nun wird sie per 3. Juli bereits wieder aufgehoben, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Die Poststelle hat es in ihrem kurzen Dasein mehrmals in die Schlagzeilen geschafft, wurde sie doch in den letzten zwei Jahren nicht weniger als drei Mal überfallen.

Der erste Überfall erregte besonders viel Aufmerksamkeit, weil er vom bekannten Rapper Besko verübt wurde, der dafür eine Freiheitsstrafe von 57 Monaten und 15 Jahre Landesverweis kassierte. Ein weiterer Überfall ereignete sich im Juli 2020, und der letzte im März dieses Jahres. In beiden Fällen wurde noch kein Täter gefasst, wie die Kantonspolizei auf Nachfrage mitteilt.

Überfälle haben Prozess beschleunigt

«Eine solche Häufung von Überfällen ist mir in der Schweiz sonst nicht bekannt», sagt Post-Sprecher Markus Werner. Die Vorfälle seien jedoch nicht der Grund für die Schliessung, auch wenn sie den Prozess letztlich beschleunigt hätten. Als Ursache für den Entscheid gibt die Post vielmehr «stetig sinkende Kundenzahlen» an. Aktuell würden in der Filiale 40 Prozent weniger Postgeschäfte erledigt als noch vor fünf Jahren.

«Wir haben den Standort in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs eigentlich immer als attraktiv empfunden, doch wir wurden eines Besseren belehrt.»

Markus Werner, Post-Sprecher

Nach der Eröffnung im September 2015 hätten die Zahlen den Erwartungen entsprochen, sagt Werner. Allerdings hatte die Post auf diesen Zeitpunkt hin die Hauptfiliale an der Wilstrasse vorübergehend geschlossen, weil das betreffende Gebäude einem Neubau weichen musste. Nach der Wiedereröffnung der Hauptpost Ende 2017 seien die Kundenzahlen im Insiderpark dann «deutlich und rasch» zurückgegangen. Und das, obwohl gleichzeitig die in die Jahre gekommene Postfiliale im Flugfeld-Quartier aufgehoben wurde.

Sind die Parkplätze schuld?

Hat die Post also einfach den falschen Ort gewählt – ein wenig zurückversetzt von den Pendlerströmen und ohne oberirdische Parkplätze? «Wir haben den Standort in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs eigentlich immer als attraktiv empfunden, doch wir wurden eines Besseren belehrt», sagt Werner. Dass Parkplätze nur in der Tiefgarage vorhanden sind, könne natürlich einen Einfluss haben. Auch sei die Situation in Dübendorf insofern speziell, als die Hauptpost lediglich 800 Meter vom Insiderpark entfernt sei.

Trotz der angekündigten Schliessung ist man beim Gelben Riesen davon überzeugt, dass das Grundversorgung mit postalischen Dienstleistungen «in einer hohen Qualität» auch künftig sichergestellt sei – und verweist auf die «verschiedenen Zugangspunkte»: die Hauptpost, ein 24-Stunden-Postautomat in einem Aussenquartier, die Aufgabe- und Abholstelle in einem Möbelhaus sowie eine separate Aufgabestelle für KMU.

Post: Keine Agentur möglich

André Ingold (SVP), Stadtpräsident von Dübendorf, teilt die Selbsteinschätzung der Post nicht. Der Entscheid sei «unschön», sagt er. Die Schliessung führe dazu, dass der Norden Dübendorfs in Sachen Post-Dienstleistungen in Zukunft faktisch unterversorgt sei. Der Stadtrat habe dem Unternehmen sein Missfallen über die Massnahme mitgeteilt, sagt Ingold. «Und wir haben den Vorschlag für eine Post-Agentur eingebracht. Laut Post besteht dazu im betroffenen Gebiet jedoch keine Möglichkeit.» Stattdessen hätten die Verantwortlichen erklärt, sie würden allenfalls auf ihren Entscheid zurückkommen, wenn der Innovationspark Fahrt aufgenommen habe.

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