Tiere, die aufgrund von Plastik in ihren Mägen oder um ihre Körper gewickelt tragisch verenden, verbindet man primär mit den Weltmeeren. Manch einer dürfte noch an die Plakate entlang von Kuhweiden denken, auf denen Autofahrer und Spaziergänger angehalten werden, ihren Abfall nicht einfach auf die Wiesen zu werfen. Doch das Problem von Plastik in der Umwelt hinterlässt auch in luftiger Höhe Spuren.
Die Stiftung Birdlife Schweiz schlägt Alarm: Viele Jungstörche verenden, da ihnen ihre Eltern Plastikteile zum Verzehr auftischen. Die erwachsenen Tiere verwechseln offenbar Dichtungsringe, Schnüre und Gummibänder mit Würmern.
Verhungern mit vollem Magen
«Störche sind tierische Allesfresser», sagt Stephie Burkart, stellvertretende Leiterin des Naturzentrum Pfäffikersee. «Was in den Schnabel passt, wird verspeist.» Hauptbestandteil ihrer Nahrung seien jedoch tierische Produkte wie Frösche, Mäuse – oder eben Würmer für die Kleinen.
Die Storcheneltern fressen zuerst alles selber. Zurück im Nest würgen sie die Masse wieder hervor und die Storchenbabys stürzen sich für gewöhnlich auf das Menü. Zwar wird ein Teil des Abfalls – Plastik, Knochen oder Haare – in Form von Speiballen ausgeworfen, ein grosser Teil verbleibt aber im Magen, wie auf der Website von Birdlife Schweiz zu lesen ist.

