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Greifensee hebt vier Gratisparkplätze auf

An einer Greifenseer Quartierstrasse konnten bislang Autofahrer noch frei parkieren. Nachdem sich Anwohner über Wildparkierer bei der Gemeinde beschwerten, soll nun sogar ganz Schluss sein mit dem Gratisparkieren.

Über die Wildparkierer haben sich im vergangen Sommer einige Anwohner im Quartier In der Mettmen bei der Gemeinde beschwert., Die Gemeinde Greifensee will nun die Parkplätze aufheben., Die engen Parkplatzverhältnisse sind auch für die Autofahrer eine Herausforderung.

Fotos: David Marti

Greifensee hebt vier Gratisparkplätze auf

Für Autofahrer ist das durchgestrichene Parkverbotsschild im ersten Abschnitt der Strasse In der Mettmen ein seltenes Glück. Hier können sie in Gehdistanz zum Greifensee einen Parkplatz ergattern und müssen dafür noch nicht einmal bezahlen. Offenbar wurde dieses Angebot von Badegästen im vergangen Sommer rege genutzt. So rege, dass Anwohner bei der Gemeinde Greifensee reklamiert haben.

Nach den Beschwerden hat der Gemeinderat festgestellt, dass die Parkplätze nicht «gesetzeskonform» seien. Er hat dann beschlossen, die bisherige Signalisation «Ende Parkverbotszone» In der Mettmen ersatzlos aufzuheben. 2003 sei diese Signalisation verfügt worden, schreibt der Gemeinderat. Damals sei die Strasse «In der Mettmen» explizit von der Parkverbotszone ausgenommen worden, damit die vier Parkplätze genutzt werden konnten.

Nun will der Gemeinderat das Parkieren in der Strasse wieder verbieten. Die Abteilung Sicherheit soll bei der Verkehrstechnischen Abteilung der Kantonspolizei Zürich den entsprechenden Antrag stellen.

Für Besucher ein Glücksfall

Im Quartier stehen acht Häusern. Wie die Gemeinde auf Anfrage mitteilt, seien es zwei Anwohner gewesen, welche sich im Namen mehrerer Parteien über die Wildparkierer beschwert hätten und dies mit Fotodokumenten belegten.

«Für Besucher im Quartier ist die Aufhebung der Parkplätze ein Problem.»

Anwohnerin 

Andere sehen allerdings auch den Nutzen dieser Parkplätze. Eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, sagt am Telefon: «Wenn wir Weihnachten feiern, haben wir schnell unsere zwei eigenen Parkplätze besetzt.» Ein dritter sei dann sicherlich von Vorteil. «Für Besucher im Quartier ist die Aufhebung der Parkplätze ein Problem.»

Dass allerdings immer wieder «Fremde» im Quartier parkieren, sei nicht in Ordnung, findet die Anwohnerin. «Teilweise haben Leute mit ausländischen Nummernschildern bis zu einer Woche ihr Auto hier abgestellt.»

Eine andere Anwohnerin, die ebenfalls anonym bleiben will, sagt: «Ursprünglich hat man diese vier Parkplätze mal für Besucher anlegen lassen. Dass diese jetzt verschwinden, ist sicherlich ein Verlust.» Sie sei aber persönlich weniger von der Aufhebung betroffen, da sie vor ihrem Haus genügend Platz habe. Und zum Thema Wildparkieren sagt sie: «Ich wohne seit vielen Jahren im Quartier. Die Parkiersituation ist nur im letzten Sommer während zwei oder drei Monaten ausgeartet, sonst war’s eigentlich immer ruhig.»

Zu schmale Parkplätze

Dennoch hat der Gemeinderat die Aufhebung der Parkplätze nun veranlasst. Wie er schreibt, hätten interne Abklärungen und Rückmeldungen der Kantonspolizei ergeben, dass die Parkplatzbreite «In der Mettmen» 1,2 Meter beträgt und die Durchfahrtsbreite 3,5 Meter misst. Eine Parkplatzbreite von lediglich 1,2 Metern sei jedoch unzulässig, es müssten gemäss Norm 1,9 bis 2,0 Meter sein.

«Die Parkplätze sind somit nicht gesetzeskonform», schreibt der Gemeinderat. Deswegen habe er beschlossen, die Signalisation «Ende Parkverbotszone» ersatzlos aufzuheben. Er hat die Abteilung Sicherheit beauftragt, bei der Kantonspolizei Zürich den entsprechenden Antrag zu stellen.

Wie die Gemeinde auf Anfrage mitteilt, trete die Verkehrsanordnung mit dem Entfernen der Signale in Kraft. Wann genau dies sein werde, sei ist noch nicht bekannt, werde aber rechtzeitig publiziert.

Für die aufgehoben Parkplätze gebe es Alternativen. So stünden fünf in der weissen Zone, wo das Auto für (maximal acht Stunden oder mit Parkkarte unbeschränkt abgestellt werden darf. Bei der nächsten Querstrasse Mettmenriedtweg zur Verfügung. Zudem gebe es noch in der näheren Umgebung die Parkplätze Im Hof und Espach sowie jene an der Stationsstrasse. Dort sind allerdings blaue Zonen sowie gebührenpflichtige Parkplätze.

Auto in der Hecke

Ein Augenschein im Quartier belegt die engen Verhältnisse vor Ort. Am Dienstag stehen mehrere Lieferwagen von Handwerkern auf den Gratisparkplätzen. Ein Kleinlastwagen muss wegen der engen Verhältnisse fast schon in der Hecke parken, damit noch ein Auto vorbeifahren kann.

Die Parkplätze säumen die Strasse «In der Mettmen». Doch eigentlich auszumachen sind sie auf den mehreren Metern langen Abschnitten mit Rasengittersteinen nicht, weil die Grenzen nicht klar signalisiert sind. Offiziell wären es vier Plätze, heute parkieren hier jedoch acht Autos.

Dass es offiziell weniger sein müssten, weiss eine Anwohnerin auch erst seit der Mitteilung der Gemeinde. «Man sieht das überhaupt nicht.» Und deswegen hätten die Leute überall auf den Rasengittersteinen parkiert.

Auch die Anwohnerin sieht in der geringen Breite hin und wieder ein Problem. Wenn beispielsweise der Pöstler mit dem Lieferwagen dort parkiere, werde es schon sehr eng. Und: «Ein Feuerwehrauto käme nicht mehr vorbei, wenn Autos am Rand parkiert sind.»

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