Dübendorfer Grüne wollen Haltestelle für Badi und Wohngebiet
Seit Jahren bemängeln die Grünen, dass die Oberdorfstrasse auf eine Länge von fast einem Kilometer nicht ans Busnetz angeschlossen ist. Insbesondere das Freibad und das Kulturzentrum Obere Mühle seien mit dem öffentlichen Verkehr schwer zu erreichen. Die Partei argumentiert dabei nicht nur damit, dass die Badi 350 Meter von der nächsten Haltestelle entfernt ist. In einer Interpellation kritisierte sie auch den «wenig attraktiven Takt und die chaotische Linienführung» des 754ers.
Die Problematik habe sich mit den neuen Wohnungen im Gebiet Buen akzentuiert und werde sich mit dem Neubau des Mehrzweckgebäudes «Speicher» und dem damit verbundenen Publikumsverkehr noch verschärfen, sind die Grünen überzeugt. Sie verweisen ausserdem auf die Pläne für einen Hallenbad-Neubau, der dem Quartier noch einmal deutlichen Mehrverkehr bringen werde.
Eine halbe Million – pro Jahr
Im Hinblick auf das Fahrplanverfahren 2020/21 hatten die Grünen vorgeschlagen, die Linie 748 zu verlängern und über die Oberdorfstrasse zu führen. Die zuständigen Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) sahen jedoch keinen Handlungsbedarf. Sie beriefen sich dabei auf die kantonale Angebotsverordnung, gemäss der ein Siedlungsgebiet als erschlossen gilt, wenn die nächste Haltestelle nicht weiter als 400 Meter entfernt ist.
Laut VBG wäre für eine Verlängerung der Linie 748 ein zusätzliches Fahrzeug nötig gewesen. Die jährlichen Mehrkosten von 400‘000 bis 500‘000 Franken hätte also die Stadt bezahlen müssen. Doch der Stadtrat lehnte dies ab.
«Es gibt ein paar Meter, die sich knapp ausserhalb des 400-Meter-Radius der umliegenden Haltestellen befinden.»
Hanspeter Schmid (BDP), Sicherheitsvorstand
Für das Fahrplanverfahren 2022/23 versuchen es die Grünen jetzt mit einer neuen, gemäss eigenen Angaben «kostenneutralen» Eingabe: Die Linie 754 soll künftig nicht mehr über die Höglerstrasse, sondern näher am Zentrum via Zürich- und Wilstrasse zum Alterszentrum geführt werden und dann über die Oberdorfstrasse Richtung Bahnhof. Die Höglerstrasse werde schon heute durch die Linie 743 erschlossen und in Stosszeiten durch die Linie 744 und 745 ergänzt, schreibt die Partei in ihrer Stellungnahme.
Denkbar wäre gemäss den Grünen auch, den 754er nur am Wochenende über die vorgeschlagene Strecke zu führen, da die Oberdorfstrasse vor allem Freizeitverkehr generiere und der Pendlerverkehr werktags primär über die Höglerstrasse laufe.
Haltestellen bezahlt die Stadt
Der Stadtrat bestätigt auf Anfrage seine Haltung, dass das Quartier mit dem öffentlichen Verkehr grundsätzlich gut erschlossen sei – auch wenn es laut Sicherheitsvorstand Hanspeter Schmid (BDP) «ein paar Meter» gibt, die sich knapp ausserhalb des 400-Meter-Radius der umliegenden Haltestellen befinden. Schmid bezeichnet den Vorschlag der Grünen als «interessante Idee», die der Stadtrat nun an die zuständigen Verkehrsbetriebe weitergeleitet habe. «Ich bin gespannt, ob es aus deren Sicht machbar ist und in den eng getakteten Fahrplan passt.»
Doch auch wenn die Zusage der VBG kommen sollte: Die Stadt muss die Finanzierung der zwei zusätzlichen Haltestellen auf jeden Fall selber tragen. Ob dem Stadtrat die bessere Erschliessung der Oberdorfstrasse diese Investition wert ist, kann Schmid nicht sagen. «Das entscheiden wir im Gremium, wenn die Verkehrsbetriebe ihren Entscheid gefällt haben.»
