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Diese Biker wissen wie der Osterhase läuft – und fährt

Die Motorrad-Gruppe «ACE Bikers»​​​​​​​ machte am Ostermontag eine ganz besondere Tour durchs Oberland. Die Fahrer verkleideten sich als Osterhasen und verteilten Schokolade in Heimen.

Motorradfahrer tourten am Ostermontag in Hasenkostümen durchs Oberland., Die Gruppe verteilte Schokolade an Heimbewohner., Damit wolle man den Menschen in schwierigen Zeiten eine Freude machen., Unter den Motorradfahrern waren Pascal Meier (links) und Roman Meier (rechts), die den Event mit organisierten.

Seraina Boner

Diese Biker wissen wie der Osterhase läuft – und fährt

Vielleicht hat jemand am Ostermontag ein paar besonders schnelle Hasen vorbeiflitzen sehen? Sie sassen auf Motorrädern und verteilten Schokolade? Dann waren es keine Häschen, sondern Pascal Meier auf seiner KTM 990 SM-T und Roman Meier auf der Yamaha MT-09 mit ihrer Motorradgruppe.

Die zwei leidenschaftlichen Töfffahrer sind nämlich Gründer und Mitglied der « ACE Bikers »  – einer Motorradgruppe in der Schweiz, die gemeinsame Aktivitäten und Routen via Facebook plant. Am Ostermontag hiess es « ab ins Hasenfell »  für den « Funny Ace Bunnies on Tour » – Event vom Zürcher Oberland bis ins Thurgau.

Zum ersten Mal zu Besuch in Heimen

Motorradfahrer als Osterhasen? Gründer Pascal Meier lacht: « Es begann alles 2018 mit der lustigen Idee, an Ostern mit Hasenkostümen durch die Strassen zu fahren. »  Die Gruppe habe die Passanten überraschen wollen und sie mit Schokoeiern beschenkt. Damals waren nur etwa sechs Töfffahrer unterwegs. « 2019 waren bereits 50 Biker beim Event dabei – aber wir wollten noch grösser werden. »

Deshalb entstand im Jahr 2020 die Idee, Kinderheime, Pflegeheime und Behindertenheime zu besuchen und den Bewohnern mit Schokolade eine Freude zu machen. Aufgrund der Corona-Pandemie fiel der Anlass jedoch ins Wasser. « Aber dieses Jahr hat‘s geklappt! Wir haben uns früh organisiert und die Schutzmassnahmen mit den Institutionen abgesprochen » , bekräftigen Roman und Pascal Meier – die im Übrigen nicht miteinander verwandt sind.

Den Menschen eine Freude machen

Die beiden waren Teil des Organisationskomitees, zu welchem auch Sabrina Mang aus Wald, Julia Maute aus Russikon und Martin Bunk aus Niederneunforn im Kanton Thurgau zählten. Grosszügige Sponsoren haben die Motorrad-Gruppe in diesem Jahr mit Schokolade-Spenden unterstützt. Zu den Hauptsponsoren Lindt, Läderach, schoggi.ch, Engie Solutions Schweiz AG, der Bäckerei Amman aus Stammheim und der Konditorei Voland in Steg kamen einige Privatpersonen hinzu.

« Gerade während der Corona-Pandemie fühlen sich die Menschen oft einsam – insbesondere Heimbewohner. Manche dürfen aufgrund der Schutzmassnahmen niemanden treffen und haben wenig Abwechslung » , bedenken die beiden Motorradfahrer. Mit der « Funny Ace Bunnies » -Tour wollen sie den Menschen Hoffnung schenken und ihnen eine Freude machen.

« Bei diesem Event wird das Fahren hinten angestellt. »

Roman Meier, Mitglied der «ACE Bikers»

Lustig sehen sie ja aus mit ihren Hasenkostümen und den Hasenohren. Aber wie  bekommt man Helm und Hasenohren unter – also über – einen Hut? « Einige Fahrer tragen die Kapuze mit den Hasenohren über dem Helm. Andere befestigen die Ohren direkt am Helm » , klärt Roman Meier auf.

Eine Tour durchs Zürcher Oberland

Die Motorradgruppe veranstaltete in diesem Jahr gleich drei verschiedene Oster-Touren, um die rund 50 teilnehmenden Fahrer Corona-konform aufzuteilen. Am Ostersonntag war die erste Gruppe in der Zentralschweiz im Aargau unterwegs und eine zweite Gruppe im Kanton St. Gallen. Am Ostermontag fand die Tour durch die Nordostschweiz statt, die im Zürcher Oberland begann.

Die Nordostschweiz-Gruppe startete an der Agrola-Tankstelle in Mönchaltorf. Vom Schulhaus Grüningen aus wurde das Alters- und Pflegeheim Nauengut in Tann und schliesslich das Wohn- und Pflegezentrum Tertianum Grünegg in Wald angesteuert. Anschliessend besuchten die verkleideten Töff-Häsli das Behindertenzentrum Wabe in Wald, bevor es weiter via Bauma nach Frauenfeld ging.

Die Passanten sind begeistert

Die Strecke durch die Nordostschweiz ist nur rund 100 Kilometer lang. Dennoch war das Team den ganzen Tag unterwegs. « Bei diesem Event wird das Fahren hinten angestellt. Wir verbringen mehr Zeit mit den Menschen vor Ort » , so Roman Meier. Dabei wurden natürlich entsprechende Corona-Schutzmassnahmen getroffen.

Und diese Menschen freuen sich, wie die Erfahrung zeigt. Laut Pascal Meier war die Resonanz bisher « genial » . « 2019 verursachten wir auf der Kapellbrücke in Luzern einen riesigen Stau. Dennoch haben sich die Passanten gefreut. Wir sind an den Strassenrand gefahren und haben Schokolade verteilt » .

« Wir Motorradfahrer wirken auf viele Menschen abschreckend. »

Pascal Meier, Gründer der «ACE Bikers»

Negative Reaktionen habe es bisher kaum gegeben. Roman Meier, der seit 2019 am Event dabei ist, ergänzt: « Im selben Jahr haben wir versehentlich zwei Fahrradfahrer erschreckt. Wir haben ihnen Schokolade zugeworfen. Sie dachten, wir würden mit Steinen werfen, und wichen zunächst schockiert zurück. »

Genau solche Erfahrungen veranlassten die Biker dazu, den Oster-Event zu veranstalten. « Wir Motorradfahrer wirken auf viele Menschen abschreckend. Sie halten Motorräder für laut, ruppig und gefährlich. Dieses Image entstand vor etlichen Jahren, als die Biker noch als Gesetzlose galten » , sagt Pascal Meier. Heutzutage sei das Töfffahren aber zum Mainstream geworden. Mit Events wie dem « Funny Ace Bunnies on Tour »  wolle man den Leuten die Vorurteile gegenüber Motorradfahrern aus dem Weg räumen

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