Der Gemeinderat rechnete angesichts des zur Diskussion stehenden Grossvorhabens mit einem Grossaufmarsch. Und die Coronaschutzmassnahmen verlangten genügend Abstand. So wurden die Seegräbner für die Gemeindeversammlung am Dienstag nach auswärts in die Wetziker Mehrzweckturnhalle Zentrum gerufen. Gekommen sind dann deutlich weniger als erwartet: Von den total 972 Stimmberechtigten wollten nur 53 ihre Stimme zum privaten Gestaltungsplan Talwis abgeben.
Hinter diesem unscheinbaren Namen steckt das grösste Projekt in der Geschichte der Gemeinde. Beim Bahnhof Aathal soll zwischen der Bahnlinie und dem Aabach in Etappen eine Wohn- und Gewerbeüberbauung entstehen. Den grössten Teil wird ein Coop Bau+Hobby ausmachen. Hinzu kommen ein Verkaufsgeschäft für Gartenartikel sowie eines für Esswaren. Neben Büros und Lagerräumen sollen zudem über 80 Wohnungen entstehen.
Langwierige Planung
Bauvorstand Reto Gasser (SVP) wies eingangs auf die lange Planungsphase hin, die das Vorhaben durchlaufen hat. Nach einer 2014 von der Eigentümerin Hiag angestossenen Testplanung hatte im Dezember 2017 die Gemeindeversammlung bestimmt, dass über das Areal eine Gestaltungsplanpflicht gelegt wird. Gleichzeitig untersagte es dort den Bau einer Tankstelle und – in Erinnerung an das mittlerweile abgerissene « Alcatraz » – den Betrieb von Sexetablissements.
Gasser begrüsste es insbesondere, dass nach Anhörung der Bevölkerung und umliegender Gemeinden ein Augenmerk etwa auf die Mehrfachnutzung der Parkplätze – insgesamt sollen rund 280 Autos dort abgestellt werden können – oder sichere Fussgängerwege gelegt worden sei.

