Während grosse Städte wie Dübendorf, Illnau-Effretikon oder Wetzikon für ihre letzten Gemeinderatssitzungen Zuschauer erlaubten oder zumindest einen Livestream anboten, verzichtete Uster gänzlich darauf. Die Geschäftsleitung des Gemeinderates schloss bei den letzten beiden Sitzungen die Öffentlichkeit vom Politgeschehen aus. Auch heute Montagabend hat die Ustermer Bevölkerung keine Möglichkeit die Debatte live mitzuverfolgen, weder per Stream noch vor Ort mit Schutzmaske.
Gemeindepräsidentin Karin Niedermann (SP) leitet die sechsköpfige Geschäftsleitung des Gemeinderates. Gegen die Online-Übertragung der Sitzung spreche laut Niedermann die damit verbundenen Kosten: «In Uster stellen wir uns immer die Frage, wo gespart werden kann.»
Diese zusätzlichen Kosten seien «substantiell». Insbesondere wenn man den Zugriff auf den Live-Stream betrachte. Diesen hätten rund 30 Personen verfolgt und nachher sei der städtische Youtube-Kanal von etwa 150 Personen aufgerufen worden, sagt Niedermann. Dabei sei zu bezweifeln, dass diese Personen wirklich die vollständige Debatte angeschaut hätten.
Zuschauer im Saal unerwünscht
Weshalb aber die Ustermer bei den beiden Ratssitzungen am 18. Januar und 8. Februar, nicht mehr auf Anmeldung im Stadthofsaal zuschauen durfte, kann mit dem Sparkurs der Stadt nicht mehr gerechtfertigt werden. Denn mit der Anwesenheit der Ustermer auf den Zuschauerstühlen entstehen keine zusätzlichen Kosten.

