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Die Stadt Dübendorf stellt ihr Kunststoff-Recycling um

Neu können in Dübendorf die gängigsten Kunststoffe in der Hauptsammelstelle separat entsorgt werden. Die Gratis-Annahme von Waschmittelflaschen und anderen Hohlkörpern hingegen entfällt.

Die Mulde in der Sammelstelle ist geschlossen: Seit 1. März können keine Plastik-Hohlkörper mehr abgegeben werden.

Thomas Bacher

Die Stadt Dübendorf stellt ihr Kunststoff-Recycling um

Bisher war das Kunststoffrecycling in Dübendorf auf Hohlkörper wie Shampoo- oder Waschmittelflaschen beschränkt, die in einer Mulde in der Hauptsammelstelle an der Usterstrasse entsorgt werden konnten. Seit Anfang März nun können die gängigsten Kunststoffe – Verpackungsmaterial, Plastikbehälter, Blumentöpfe, Kinderspielzeug – mit einem speziellen Sack in der Sammelstelle abgegeben werden. Noch immer separat entsorgt werden müssen kostenpflichtige Kunststoffe wie PVC oder Styropor; der PET-Container kann nach wie vor gratis gefüllt werden.

Mit der Änderung kommen die Verantwortlichen auch einer Forderung aus dem Parlament nach. Bereits 2015 hatte die frühere Gemeinderätin Andrea Kennel (parteilos) zusammen mit Mitunterzeichnenden eine ausgeweitete Sammlung von Kunststoffen ins Spiel gebracht.

Der Stadtrat winkte damals ab und berief sich auf den Kanton und den Bund, die beide von einer separaten Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen aus Haushalten abrieten. Solange bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt seien, sei es besser, mit Plastikabfällen in Kehrichtverbrennungsanlagen Strom und Wärme zu erzeugen, hiess es. Die Ausnahme: Von den Verbrauchern vorsortierte Hohlkörper, die aus einem hochwertigeren Material bestehen und deshalb leichter für die Wiederverwertung aufgearbeitet werden können.

Sortiert wird in Rheinfelden

«Es ist tatsächlich so, dass der sogenannte Stofffluss von gemischtem Haushaltkunststoff lange Zeit nicht kontrollierbar war», sagt Raymond König, Leiter der Abteilung Tiefbau. So seien die Abfälle auf unbekannten Wegen nach Asien gelangt, und niemand habe garantieren können, dass sie dort auch umweltgerecht wiederverwertet würden. Auch habe das zuständige kantonale Amt diese Art des Recyclings als teuer und nicht kostendeckend beurteilt.

«Früher war die Sammlung der Kunststoff-Hohlkörper kostendeckend, doch das ist heute nicht mehr der Fall.»

Raymond König, Leiter Abteilung Tiefbau

«Mittlerweile hat sich vieles verändert», sagt König. «Dank neuen Logistikketten und Recyclingbetrieben ist der Kreislauf des Kunststoffabfalls heute komplett nachvollziehbar und macht deshalb ökologisch auch Sinn.» So wird der Kunststoff aus Dübendorfer Haushalten von einem regionalen Speditionsunternehmen in ein spezialisiertes Unternehmen im deutschen Grenzort Rheinfelden gefahren, welches das Material vor Ort sortiert und zu wiederverwertbarem Granulat weiterverarbeitet.

Mittlerweile unterstützt auch der Kanton Zürich die Separatsammlung von Kunststoff. Damit das Verfahren garantiert umweltgerecht ist, hat die Baudirektion zusammen mit den Plastikentsorgern im Rahmen einer Vereinbarung Umweltstandards definiert. Auf diese können sich teilnehmende Städte und Gemeinden berufen.

Teurer, aber auch günstiger

Doch gratis ist das neue System mit dem Kunststoffsammelsack nicht zu haben. So kostet etwa ein 35-Liter-Sack Fr. 1.60. Das sind zwar 40 Rappen weniger als ein Dübi-Sack für herkömmlichen Hauskehricht. Allerdings war die Abgabe von Hohlkörpern bislang gratis. Etwas, das laut König künftig aber ohnehin hätte geändert werden müssen. «Früher war die Sammlung der Kunststoff-Hohlkörper kostendeckend, doch das ist heute nicht mehr der Fall. Und so war das Verursacherprinzip je länger je weniger erfüllt.»

Der Vorteil, dass eine breitere Palette an Kunststoff abgegeben werden könne, sei eben auch mit Aufwand für die Sortierung  verbunden. Die Kosten für die Säcke entsprächen zudem denjenigen in den Gemeinden in der Region, die das System bereits eingeführt hätten, also etwa Volketswil, Meilen oder Küsnacht.

König ist überzeugt, dass der Preisunterschied ausreicht, um die Dübendorfer zur Separatsammlung zu animieren. «Aber natürlich sind wir auch darauf angewiesen, dass die Bevölkerung bereit ist, den ökologischen Gedanken mitzutragen.» Erste Erfahrungen deuteten in diese Richtung. Von den Gutscheinen für einen Gratis-Sack, der an alle Haushalte der Stadt verteilt wurde, seien bereits zehn Prozent eingelöst worden – «und das nach nur einer Woche».

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