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Nach diesen zwei Ohrfeigen muss der Kanton reagieren

Das Grossriet soll grün bleiben. Uster sendet damit ein klares Signal an den Kanton. Der Kommentar von Uster-Redaktor David Marti.

Mit den Ustermer Entscheiden gegen eine Überbauung des Grossriets wird der Weg für den Kanton steiniger.

Seraina Boner

Nach diesen zwei Ohrfeigen muss der Kanton reagieren

Das Verdikt der Ustermer ist klar: Das Gebiet Grossriet soll grün bleiben. Sowohl das Ja zu den beiden Initiativen der Grünen wie auch den zwei Gegenvorschlägen sprechen sich deutlich dafür aus. Dass die Partei mit der «Initiative gegen den sinnlosen Bau der Neuen Greifenseestrasse in Nänikon» knapp dem Gegenvorschlag des Stadtrates unterlag, ist eine Randnotiz.

Dem Kanton muss diese Botschaft aus Uster zu denken geben. Seine Pläne der 640 Meter langen Strasse behagen den Ustermern gar nicht. Auf eine Anfrage dreier Kantonsräte  hatte der Regierungsrat noch im vergangenen Oktober verlauten lassen: Eine Alternative zur Neuen Greifenseestrasse gibt es nicht. Solche Aussagen kommen mit dem klaren Votum aus Uster nur noch trotzig daher.

Denn beim Begriff «Neue Greifenseestrasse» sträuben sich nicht nur bei den Ustermer die Nackenhaare. Vom Verkehrsaufkommen dieser Strasse wäre auch Mönchaltorf und vor allem Greifensee betroffen. Dort hat der Gemeinderat seine Opposition schon vor Jahren angekündigt.

Geballte Ladungen gegen Kantonsregierung

Auch bei der Kulturland-Initiative «Landwirtschaft statt Betonklötze» wird der Kanton ein Wörtchen mitreden wollen. Bei dieser Vorlage haben die Ustermer entschieden, keine Überbauung im Näniker Grossriet zuzulassen. Somit sind sie nicht dem Gegenvorschlag des Stadtrats gefolgt, sondern den Grünen.

Die Absicht des Stadtrates, das Grossriet allenfalls in 30 Jahren überbauen zu wollen, ist somit vom Tisch. Auch dieser Entscheid widerspricht den Plänen des Kantons: Aus Sicht der gesamtkantonalen Planung ist eine Entwicklung des Gebiets Grossriet für die Zielsetzungen des kantonalen Raumordnungskonzepts nach wie vor sinnvoll. Dies liess der Regierungsrat ebenfalls im vergangenen Oktober verlauten. 

Letztlich bleibt es aber bei beiden Abstimmungsvorlagen dem Kanton überlassen, ob er den Bau gegen den Widerstand von Gemeinden und Interessensverbänden durchboxen will. Um sich insbesondere mit der immer mächtig werdenden Stadt Uster nicht zu verscherzen, muss es sich die Regierung nach dem doppelten Ja zweimal überlegen, einen Konfrontationskurs einzuschlagen.

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