Mönchaltorfer Gemeinderat bremst Bevölkerungswachstum
Das Bevölkerungswachstum geht in Mönchaltorf, wie auch in anderen Agglomerationsgemeinden der Region, steil nach oben. Dies ist auch Gemeindepräsident Urs Graf (FDP) nicht entgangen, der in Vergangenheit schon die Aussage machte, die steigende Einwohnerzahl einer grösseren Wohnsiedlung wie diejenige der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof monatlich im Auge zu behalten. Und an der letzten Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember hat Graf die aktuelle Einwohnerzahl bekanntgegeben. 4078 waren es letztlich Ende 2020. Im Vergleich zu 2019 ist das ein Zuwachs um fast 200 Personen.
«Ein Bevölkerungswachstum muss bewältigt werden können.»
Urs Graf (FDP), Gemeindepräsident Mönchaltorf
Für Graf eine « gut zu beobachtende » Entwicklung, wie er sagt, denn: «Ein Bevölkerungswachstum muss bewältigt werden können.» Ein ungebremster Zuwachs habe immer Einfluss auf die Infrastruktur. So müssten Wasser- und Abwasserversorgung, Strassen, Einkaufsmöglichkeiten und Schulraum mitwachsen können.
Nachbargemeinden als schlechtes Beispiel
Graf verweist auf Gemeinden wie Egg, Uster oder auch Dübendorf, die mit knappem Schulraum zu kämpfen hätten. Aus solchen Orten habe er schon von Verantwortlichen und aus der Bevölkerung gehört: «Wenn ihr so stark wachst, wird dann nicht der Schulraum knapp?» Das habe er bis anhin jeweils verneinen können. Zuletzt habe die Gemeinde 2017 mit dem kleinen Anbau der Schule Rietwies die Kapazität erhöhen können und so das drohende Problem der ausgeschöpften Kapazität gelöst.
«Wir rechnen bei den uns bekannten Bauprojekten mit ungefähr 4350 Einwohnern bis 2024.»
Urs Graf (FDP), Gemeindepräsident Mönchaltorf
Um das Wachstum weiterhin gezielt zu entwickeln , verzichte der Gemeinderat vorerst darauf, eine der grössten Parzellen, die noch im Besitz der Gemeinde sind, zu überbauen oder zu verkaufen, sagt Graf. Dabei handelt es sich um ein rund 14‘000 Quadratmeter grosses Landstück auf der Silbergrueb, was in etwa der Grösse von zwei Fussballfeldern entspricht.
Weitere 300 Einwohner
Das Bauland ist erschlossen und wäre potentes Siedlungsgebiet, wie Graf durchblicken lässt. «Bei den heutigen Grundstückpreisen würden dort wohl keine Einfamilienhäuser gebaut.» Eher würde dort verdichteter Wohnraum entstehen. « Mit dem vorhandenen Gestaltungsplan sind Rahmenbedingungen gegeben. Auch hat die Gemeinde Möglichkeiten Einfluss auf ein Projekt zu nehmen», sagt Graf.
Für wie viel zusätzliche Einwohner die Fläche Platz bieten würde, sei ohne ein konkretes Projekt allerdings kaum abschätzbar. Stattdessen hat Graf aber eine klare Vorstellung, wie weit die laufenden und künftigen Bauprojekte für Wohnhäuser die Bevölkerungszahl nach oben schrauben werden: «Wir rechnen bei den uns bekannten Bauprojekten mit ungefähr 4350 Einwohnern bis 2024.»
