Rund 55 Prozent aller Corona-Todesfälle im Kanton Zürich haben im letzten Jahr Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen betroffen. Gespürt haben dies auch Institutionen in der Region. Eine Umfrage bei den rund 30 Heimen in der Region – 22 haben eine Rückmeldung gegeben – zeigt allerdings, dass sie sehr unterschiedlich tangiert wurden.
Ein Drittel vom Virus verschont
Sieben Häuser blieben vom Virus ganz verschont. Bei anderen bewegten sich trotz Virus-Erkrankten die Todesfälle im Rahmen der Vorjahre. Nur wenige Heime verzeichneten mehr Sterbefälle. Dazu gehört etwa das Pfäffiker Zentrum « Sophie Guyer » , das über 74 Einzelzimmer und eine Wohngruppe mit 10 Plätzen verfügt. « Im Vergleich zum normalen Heimbetrieb mit 20 bis 25 Todesfällen pro Jahr verzeichneten wir wenig mehr Todesfälle im Jahr 2020. Anders als in den Vorjahren hatten wir aber etwa 20 Kurzaufenthalte aus Spitälern, welche wir für die Palliativphase oder zur Übergangspflege aufnahmen. 11 dieser Patientinnen und Patienten verstarben wie erwartet nach kurzer Zeit. Die Belastung für das Personal der Pflege-, Hotellerie- und der Verwaltung stieg dadurch sehr » , erklärt Geschäftsleiter Daniel Bachmann.
« Spitäler haben Coronapatienten rasch wieder entlassen und sie in die Heime zum Auskurieren geschickt. »
Silvia Rotondi, « Grüneck »-Geschäftsleiterin
Die Verlagerung aus den Spitälern hat auch das « Grüneck » in der Gossauer Aussenwacht Ottikon, das über 34 Betten verfügt, zu spüren bekommen. Noch vor der zweiten Welle sind dort fast ein Drittel der Bewohner verstorben. Die freien Kapazitäten sind darauf für Kurzaufenthalter genutzt worden, wie Geschäftsleiterin Silvia Rotondi festhält. « Spitäler haben Coronapatienten rasch wieder entlassen und sie in die Heime zum Auskurieren geschickt. »

