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«Sprengen heisst nicht zerstören, sondern fachgerecht Material zu lösen»

Sprengspektakel war einmal: Das Unternehmen Schwarz Spreng- und Felsbau AG in Wila konzentriert sich heute vor allem auf Spezialtiefbauarbeiten. Sprengungen können aber auch da noch vorkommen.

Geschäftsführer Thomas Schwarz ist eidgenössisch diplomierter Sprengfachmann.

Foto: Marcel Vollenweider

«Sprengen heisst nicht zerstören, sondern fachgerecht Material zu lösen»

Sprengungen an von Felssturz bedrohten Verkehrsachsen wie der Axenstrasse oder Sprengungen von Bauwerken wie Kaminen in einstigen Industriegebieten: Auf solche Vorhaben hatte sich das in Wila domizilierte Unternehmen Schwarz Spreng- und Felsbau AG lange Zeit konzentriert. Die auch fürs breite Publikum oft spektakulären Eingriffe am harten Felsmaterial sind jedoch längst weniger geworden.

Weg vom Spektakulären

Thomas Schwarz lässt die Zeit, in welcher sich die von seinem Vater im Jahr 1971 gegründete Firma vor allem auf Sprengungen konzentrierte, mit einer Portion Wehmut Revue passieren. «Ich war als Kind fasziniert von solchen Sprengungen, ich war oft mit dem Vater unterwegs», erinnert sich der heute 41-Jährige.

(Video: Youtube)

Doch mittlerweile hat die Firma Schwarz Spreng- und Felsbau AG eine Neuausrichtung vollzogen – vollziehen müssen. «In den Anfangsjahren der Firma hat diese vor allem von Sprengeinsätzen gelebt. Doch als die Baubranche in den 90er-Jahren wegen der Immobilienkrise stark zu leiden hatte und zudem in der Maschinenentwicklung Fortschritte gemacht wurden, musste sich das Unternehmen neu positionieren», erzählt der heutige Geschäftsführer.

Kompetenz im Spezialtiefbau

Als Nachfolgeunternehmen der einstigen Firma Schwarz Sprengtechnik AG hat sich das neu ausgerichtete Unternehmen in der Zwischenzeit, seit 2003, längst Kompetenz im Spezialtiefbau erworben. Thomas Schwarz: «Sprengungen machen in unserer Firma nur noch rund zehn Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes aus.»

Einst zählte die Firma zwölf bis 15 Beschäftigte, aktuell seien es gut und gerne 40 Mitarbeitende, lässt der in Fehraltorf wohnhafte Schwarz verlauten. Davon seien rund acht Personen im administrativen Innendienst sowie in Werkstatt und Magazin am Werkhofstandort mit topmodernem Gerätepark in Wila tätig. Die weiteren Angestellten seien auf den Baustellen beschäftigt. «Eine tolle Mehrkulturen-Truppe, bestehend aus Personen aus diversen Berufssparten», betont Schwarz.

Die Firma sei im Markt ausgesprochen gut positioniert und befinde sich in der komfortablen Situation, Aufträge nicht requirieren zu müssen, erklärt der Geschäftsführer. Anfragen für Spezialtiefbauarbeiten kämen von Bauunternehmungen, Generalunternehmern oder Architekten.

Positiv auf das Auftragsvolumen wirke sich zudem aus, dass in flachen Topographien kaum mehr Baulandreserven vorhanden seien und deshalb vermehrt an Hängen gebaut werden müsse. Baugruben, die eine Sicherung mit Spritzbeton und Ankern sowie Nägeln aus Stahl benötigen, seien für die Kompetenzen der Firma prädestiniert.

«Sprengen heisst Verantwortung übernehmen»

Nach wie vor ist die Firma Schwarz Spreng- und Felsbau AG jedoch eine verlässliche Adresse für Sprengungen jeglicher Art. Das Knowhow von einst wurde nicht zuletzt durch Thomas Schwarz selber gesichert und in die Zeit der Neuausrichtung der Firma überführt.

« Sprengungen durchzuführen, war damals schon ein Bubentraum von mir. »

Thomas Schwarz, Geschäftsführer Schwarz Spreng- und Felsbau AG

Der heutige Geschäftsführer darf sich eidgenössisch diplomierter Sprengfachmann nennen. Er hat nach abgeschlossener Berufslehre sämtliche Kursmodule im In- und Ausland absolviert. «Ja, Sprengungen durchzuführen, war damals schon ein Bubentraum von mir und der Sprengakt als solches wohl faszinierend für den Laien», sagt Schwarz. Es gelte jedoch stets im Hinterkopf zu haben, dass beim Sprengen eine riesige Verantwortung auf den Ausführenden laste. Und er ergänzt: «Sprengen heisst hier ja nicht zerstören. Es geht darum, fachgerecht Material zu lösen.» (Marcel Vollenweider)

Sprengstofflager im Wald

Thomas Schwarz betont, dass Sprengmittel im Laufe der Zeit zunehmend handhabungssicherer geworden seien. «Zudem bestehen sehr klare Vorschriften, und das Einhalten dieser werde auch regelmässig überprüft», weiss Schwarz.  Dies gelte ebenso für das Sprengstofflager in zwei überirdischen Bunkern in der Nähe von Wila. (mav)

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