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Was hat es mit diesen roten Rohren auf sich?

Auf einem Feld zwischen Dietlikon und Brüttisellen ragen mehrere rote Pfosten aus dem Gras. Was wie ein Kunstobjekt anmutet, ist in Wirklichkeit der Vorbote eines Milliardenbaus – des Brüttenertunnels

Rote Pfosten in einem Feld bei Dietlikon zeugen von Sondierungsbohrungen für den Brüttenertunnel., So sieht es im inneren der Rohre aus. Es geht um Messungen des Grundwasserspiegels im Bereich der Tunnelportale., In diesem Gebiet nördlich des Bahnhofs Dietlikon ist das Tunnelportal geplant.

Urs Jaudas

Was hat es mit diesen roten Rohren auf sich?

Er gilt als Jahrhundertprojekt: der neun Kilometer lange Brüttenertunnel zwischen Winterthur und Dietlikon/Bassersdorf/Brüttisellen. Das 2,6 Milliarden Franken teure Bauvorhaben soll einen der grossen Engpässe im schweizerischen Bahnnetz beseitigen und die kurvenreiche, viel befahrene zweigleisige Strecke zwischen Winterthur und Effretikon entlasten.

Die Fahrzeit von Zürich nach Winterthur soll mit dem Tunnel sechs Minuten kürzer werden. National- und Ständerat gaben bereits grünes Licht. Von 2026 bis 2034 soll gebaut werden.

Messungen des Grundwasserspiegels

Bereits jetzt sind erste Vorboten des Mammutprojekts in der Landschaft sichtbar. In einem Feld zwischen Dietlikon und Brüttisellen ragen mehrere rote Pfosten empor, und zwar dort, wo laut den Plänen der SBB dereinst eines der Tunnelportale entstehen soll. Die Markierungen in der Wiese kurz vor dem Bahnhof Dietlikon sind von der S-Bahn aus gut sichtbar.

Bei den roten Pfosten handelt es sich um Messstellen, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi sagt. Die Rohre dienten zur Markierung der Erkundungsbohrungen, etwa für Messungen des Grundwasserspiegels. Die Messrohre zur Kontrolle des Grundwasserspiegels befinden sich zwar auch im Bereich des künftigen Tunnelportals, haben aber nichts mit dessen Aussteckung zu tun, wie Pallecchi betont. Die Position der einzelnen Bauten stehe noch nicht genau fest.

Auswahl der richtigen Methode

Mit den Sondierungsbohrungen klären die SBB die Bodenbeschaffenheit ab. Aufgrund der gewonnenen geologischen Erkenntnisse fällt der Entscheid, welches Tunnelbau­verfahren an diesem Ort angewendet wird. Laut Pallecchi wurden die Bohrungen in dem Gebiet bereits 2018 gestartet. Die Messungen werden noch bis 2022/23 andauern. Erkundungsbohrungen gab es nicht nur in Dietlikon, sondern auch im Gebiet der beiden anderen Tunnelportale, bei Bassersdorf und in Winterthur Töss.

Im vergangenen Juli wurde bekannt, dass das Projekt Brüttenertunnel einen weiteren Schritt vorwärtsgekommen ist. Damals beauftragte das Bundesamt für Verkehr die SBB mit dem Bauprojekt. Voraussichtlich 2023 wird mit einem Plangenehmigungsgesuch die Bewilligungsphase gestartet, damit 2026 mit dem Bau begonnen werden kann.

Das Projekt umfasst nebst dem 9-Kilometer-Tunnel weitere Bauvorhaben an den Bahnhöfen Dietlikon, Wallisellen und Bassersdorf und Winterthur. (Martin Huber)

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