Was sagen Sie, Herr Giger, zu den Rücktrittsforderungen der Grünen an Ihre Adresse nach dem Scheitern der Spitalfusion?
Reinhard Giger: Jedes Mal, wenn es im Spital nicht so gut läuft, kommen Rücktrittsforderungen. Kaum jemand Aussenstehendes ist so nahe am Geschäft, um die Situation beurteilen können. Ich würde es lieber anders hören, aber das ist auch Politik, über der man stehen muss.
Sie wurden 2012 ins Amt gewählt und sind Mitte 2018 für vier Jahre bestätigt worden. Wollen Sie bis zum Ende der Amtsperiode Mitte 2022 noch VR-Präsident bleiben?
Reinhard Giger: Es wäre vorgesehen gewesen, dass ich nach der rechtskräftig gewordenen Fusion zurücktreten würde. Das wäre auf Ende letzten Jahres gewesen. Mit den bekannten Verzögerungen dauert es nun noch ein knappes Jahr länger – also ja, bis zum Ende der Amtsperiode.
« Ich habe keine Veranlassung zur Annahme, dass das Vertrauen gestört sein sollte. »
Reinhard Giger, Verwaltungsratspräsident Spital Uster
Verschiedene Spitaldelegierte fühlten sich vor den Kopf gestossen, war ihnen kurz zuvor doch noch versichert worden, dass alles auf Kurs sei. Geniessen Sie beide noch das Vertrauen der Delegierten?
Reinhard Giger: Wir haben in der Zwischenzeit eine Onlineinformationsveranstaltung durchgeführt. Es herrschte eine gute Stimmung. Daher habe ich keine Veranlassung zur Annahme, dass das Vertrauen gestört sein sollte. Die Delegierten konnten meine Erläuterungen nachvollziehen.
Andreas Greulich: Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Delegierten mit den Informationen zufrieden sind. Es stellt sich die Frage, wie engmaschig sie in solchen Phasen begleitet werden. Wir leben in Zeiten, in denen sich Situationen innerhalb von einer oder zwei Wochen komplett verändern können. Aber klar, ich konnte aufgrund der vorgefunden Situation bei meinem Stellenantritt und der Veränderungen durch Covid im 2020 keine grossen Erfolge vermelden.

