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Das bezwecken Anrainer und Umweltschützer

Standortgemeinden und Zürcher Naturschutzorganisationen erarbeiten gemeinsam ein Natur- und Erholungskonzept für den Flugplatz Dübendorf. Nach dem Ende des Zivilflugplatzes legen die Gemeinden ihre Pläne für mehr Grün auf den Tisch.

Die Natur soll auf dem Flugplatz mehr Raum erhalten. Ein Vogelparadies solls aber nicht werden – zu gefährlich für den Betrieb.

Archiv: Christian Brändli

Das bezwecken Anrainer und Umweltschützer

Der Militärflugplatz Dübendorf ist nicht nur ein Zankapfel, sondern auch ein wertvolles Stück Natur. Das Areal gehört zu den grössten zusammenhängenden Wildblumen- und Trockenwiesenflächen des Schweizer Mittellands – und das pestizid- und düngerfrei. Diesen Naturraum gilt es aus Sicht von Zürcher Naturschutzorganisationen und den Anrainergemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen zu schützen und aufzuwerten. Zu diesem Zweck wollen die Anrainer zusammen mit den Zürcher Vertretungen von WWF, Pro Natura und Birdlife ein Natur- und Erholungskonzept für den Flugplatz erstellen.

«In den letzten hundert Jahren sind in der Schweiz 95 Prozent der Trockenwiesen verschwunden», sagt Andreas Hasler, Geschäftsführer von Pro Natura Zürich. «Damit ging auch ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Kleintiere und Vögel verloren.» Diesen ausgerechnet auf einem Flugplatz wie Dübendorf erhalten zu wollen, sei kein Widerspruch. Denn Flugbewegungen lösen laut Hasler längst nicht bei allen Tieren einen Fluchtreflex aus. «Viele lassen sich von startenden oder landenden Fliegern gar nicht stören, oder sie gewöhnen sich schnell daran.»

Neben einer reichen Fauna sind auch seltene Pflanzen auf dem Areal des Flugplatzes anzutreffen. So fanden Naturschützer bei einer Begehung 21 Pflanzen, die auf der roten Liste stehen oder kantonal geschützt sind.

Natur versus Businessjets

Gemäss dem Volketswiler Gemeindepräsidenten Jean-Philippe Pinto (CVP) verfolgen die Beteiligten mit dem Konzept zwei Stossrichtungen. So wolle man den Schutz «dieser einzigartigen Fläche» sicherstellen. Dies aber nicht nur aus naturschützerischem Gedanken, sondern auch im Zusammenhang mit der künftigen Nutzung des Flugplatzes.

So hat das Konzept «Historischer Flugplatz mit Werkflügen» der Anrainer wieder Aufwind bekommen, nachdem der Bund die Pläne für einen Businessairport fallen liess. Unter Federführung des Kantons nehmen Interessenvertreter aktuell eine Auslegeordnung für eine mögliche künftige Nutzung des Flugplatzes vor. Und da sollen die Überlegungen des Konzepts einfliessen.

Kein Wald, aber…

Gemäss Pro-Natura-Geschäftsführer Hasler ist ein Flughafen mit seinen Freiflächen zwar per se wertvoll für viele Arten, es sei aber durchaus noch eine Aufwertung möglich. «Die Bewirtschaftung der Wiesen entlang der Piste etwa ist aktuell voll auf den Flugbetrieb ausgerichtet», sagt er. «Würde das Werkflugplatzkonzept umgesetzt, könnte man hier durch weniger häufiges Mähen schon viel naturnäher arbeiten.»

Laut Hasler ist eine gezielte Aufwertung möglich und sinnvoll – sei das in Form von Biotopen oder durch die Gestaltung von Feuchtgebieten, wie sie früher auf diesem Gelände vorkamen . «Es gibt aber auch Grenzen», sagt Hasler. «So ist etwa ein Wald aus Gründen der Sicherheit keine Option.» Auch müsse man darauf achten, kein Vogelparadies zu schaffen, um keine zusätzlichen Konflikte mit der Fliegerei herbeizuführen.

Flugfeld bleibt gesperrt

Auch die Bevölkerung soll mehr von der Natur vor ihrer Haustüre profitieren. So ist es laut Pinto vorgesehen, das Areal in Zukunft teilweise zu öffnen. «Natürlich wird das eigentliche Flugfeld weiterhin gesperrt sein, aber es wäre denkbar, den Zugang etwa auf einem Lehrpfad zu ermöglichen.»

Das sei allerdings nur machbar, wenn anstelle eines Businessairports ein Werkflugplatz realisiert werde, sagt Pinto. Denn im Gegensatz zur Geschäftsfliegerei sehe das Konzept der Anrainergemeinden nur einen beschränkten Betrieb unter der Woche vor. «Die restliche Zeit bliebe für die Natur und Erholung reserviert. Neben einem Businessairport hingegen gäbe es keine Möglichkeit für eine andere Nutzung.»

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