Er wohnte in einem der schönsten unter den neuen Häusern Winterthurs, an bester Lage am sonnigen Rychenberg. Er besass Villen im Suvrettatal und in Spanien. Andere führten Prozesse, wenn sie in der «Bilanz» unter den 300 reichsten Schweizer vorkamen. Robert Heuberger freute sich darüber.
Die Idee, die ihn schon vor dem 30. Lebensjahr richtig reich machte, hatte Heuberger an einem ereignislosen Vormittag an der Schwelle der 1950er-Jahre am Schalter der Schweizerischen Volksbank Winterthur. Dort vertrat er als junger Direktionssekretär manchmal den Hauptkassier und bekam die Sorgen der Kunden hautnah zu spüren. Am Anfang der Woche hatte ein junger Familienvater um einen Hypothekarkredit für sein Einfamilienhaus ersucht und eine Absage kassiert. Die streng kartellisierten Banken gaben damals nur Hypotheken im 1. Rang bis zu 65 Prozent der Bausumme. Aber der junge Kunde hätte noch 20’000 als zweite Hypothek gebraucht. Tief enttäuscht verliess er die Bank.
In der gleichen Woche kam ein wohlhabender Kunde vorbei und schimpfte über die schon damals lausigen Zinsen auf Sparguthaben.
Die Idee, die ihn reich machte
Robert Heubergers Idee bestand darin, die beiden Bankkunden zusammenzubringen und das Problem des einen mit dem Problem des anderen zu lösen. Der Vorgesetzte Heubergers bewilligte das Experiment. Es funktionierte auch tatsächlich. Das System sprach sich blitzartig herum. Bald landeten auf Heubergers Schreibtisch nicht nur Kreditgesuche für Einfamilienhäuser, sondern für ganze Überbauungen. Die Ersparnisse des reichen Winterthurers reichten bald nicht mehr aus. Wenn nicht durch die Bank, so wurden die Heuberger-Hypotheken nun halt durch die Basler Versicherung refinanziert. Die Verbindung zu einem dortigen Sachbearbeiter hatte Heuberger aus dem Militär. Kurz darauf lief Heuberger zur Bâloise über und machte sich als Generalagent in Frauenfeld selbstständig.

