Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Parlament watschte Postulanten ab

FDP und SVP wollten erreichen, dass der Dübendorfer Stadtrat wegen kantonaler Zuschüsse eine Steuersenkung beantragt. Doch das kam im Parlament nicht gut an.

Die Abstimmung im September brachte eine Entlastung für die Gemeinden. Deshalb wollten die Postulanten die Steuern senken.

Screenshot

Parlament watschte Postulanten ab

In einem Punkt waren sich die Mitglieder des Dübendorfer Gemeinderats am Montag einig: Das Ja der Zürcher Stimmberechtigen zum neuen Strassen- und zum Zusatzleistungsgesetz im vergangenen September bedeutet für die Gemeinden eine finanzielle Entlastung.

Doch was soll mit dem eingesparten Geld passieren? Für die FDP und SVP ist klar: Der Stadtrat soll berechnen, wie hoch die neuen kantonalen Zuschüsse sind – und dann eine entsprechende Steuersenkung beantragen. Das verlangten die beiden Parteien in einem Postulat.

Geld soll nicht versickern

Erstunterzeichner Stefan Angliker (FDP) schwächte die ultimative Forderung am Montag in seiner Begründung allerdings ab. Mit der Zustimmung zum Postulat würde noch keine Steuersenkung vorgenommen, hielt er fest. Der Stadtrat solle lediglich aufzeigen, welchen Einfluss die neuen Zuschüsse auf den Steuersatz haben könnten.

Schliesslich hätten die Befürworter der zwei kantonalen Vorlagen einst argumentiert, die Änderungen führten zu einer finanziellen Entlastung der Gemeinden – und diese solle nun auch bei den Steuerzahlenden in Dübendorf ankommen und «nicht im allgemeinen Budget versickern», forderte Angliker. Letztlich handle es sich bei den kantonalen Zuschüssen nicht um Einsparungen des Staates, sondern um eine Verschiebung der Ausgaben.

Es sei wichtig, ergänzte SVP-Gemeinderat Patrick Walder, dass der Stadtrat die Fakten aufarbeite. «Wer gegen dieses Postulat stimmt, verhindert die seriöse Auseinandersetzung und Diskussion über die Gemeindefinanzen.»

«Fahrlässige Finanzpolitik»

Dem widersprach Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU). Die Forderung im Postulat nach einer Reduktion des Steuerfusses sei ein klarer Auftrag. Es könne aber nicht sein, dass bei jeder Mehr- oder Minderbelastung der Stadtfinanzen eine Veränderung des Steuerfusses beantragt werde. Diese Diskussion müsse im Rahmen einer Gesamtschau an der Budgetdebatte im Dezember geführt werden, so Bäumle. «Alles andere wäre eine fahrlässige Finanzpolitik.»

«Wenn wir jetzt die Steuern senken aufgrund eines Einzelereignisses, riskieren wir ein Pingpong beim Steuerfuss.»

Stefanie Huber (GLP/GEU), Gemeinderätin

Auch Theo Johner (BDP/CVP/EVP) wollte kein Postulat unterstützen, das «eine einzige Zahl» aus einem ganzen Paket von Ausgaben und Einnahmen herauspicke und so eine Steuersenkung fordere. Ausserdem erinnerte er an die hohen Investitionen, die in den nächsten Jahren auf die Stadt zukämen, und die eigentlich eine Steuererhöhung nötig machten.

Das Steuerfuss-Pingpong

Julian Croci (Grüne) schloss sich seinen zwei Vorrednern an und bezeichnete das Postulat als «Quengelei und Schaumschlägerei». Dazu komme, dass man aktuell nicht abschätzen könne, welche finanziellen Folgen die Corona-Krise habe.

Mit Corona argumentierte auch Stefanie Huber (GLP/GEU). Und wie Stadtrat Bäumle bezeichnete sie die Forderung von FDP und SVP als fahrlässig. «Wenn wir jetzt die Steuern senken aufgrund eines Einzelereignisses, riskieren wir ein Pingpong beim Steuerfuss, das auch nicht im Interesse der bürgerlichen Finanzpolitiker hier im Saal sein kann.»

Weitere Überzeugungsarbeit war nicht nötig: Das Parlament sprach sich mit 16 zu 22 Stimmen gegen eine Überweisung des Postulats an den Stadtrat aus.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns