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Greifensee-Pegel steigt um über einen halben Meter

Der Greifensee-Spiegel steht wegen des anhaltenden Regens zurzeit hoch und sorgte an verschiedenen Orten für Überschwemmungen. Zusammen mit der Dübendorfer Glatt bergen die Gewässer kantonal die höchste Gefahrenstufe.

Der Schiffsteg in Mönchaltorf steht unter Wasser und der Zugang ist eigentlich abgesperrt. , In der Seebadi Egg am Greifensee vermiest das Hochwasser den Kindern den Spielplatz., Am Pfäffikersee sind Abschnitte des Gehweges blockiert., Bis Mitte Woche sollte sich die Situation beruhigt haben.

Fotos: Christian Merz

Greifensee-Pegel steigt um über einen halben Meter

Die Kombination von Regen und Schneeschmelze haben auch im Oberland die Wasserpegel über die Ufer treten lassen. Feuerwehrkommandant Sascha Zollinger schielt zurzeit mit einem Auge auf die Wasserstandskarte des Kantons. Als am Samstag der Hochwasseralarm einging, schickte er 15 seiner Leute in den Einsatz. Meist  habe es sich um kleinere Einsätze gehandelt; wie an der Schwerzistrasse in Nänikon. «Dort mussten wir den Eingang einer Liegenschaft mit  Sandsäcken vor dem eintretenden Wasser schützen», sagt Zollinger.

Ein Augenmerk hat er derzeit auf die «Hotspots» in Uster entlang des Aabachs. Etwa im Bereich des «Teckti Brüggli» im Stadtpark oder bei der Brücke zum Trümplerareal. An diesen Orten sei der Wasserstand aber vor allem bei extrem starken Niederschlägen hoch. «Dort kontrollieren wir regelmässig, ob sich kein Schwemmgut anhäuft, das den Bach stauen könnte.»

Überschwemmter Steg

Auch der Greifensee hat derzeit einen hohen Wasserpegel. Die Mönchaltorfer und Maurmer Schiffsteg sind  komplett überflutet, Die ZVV-Schiffsverbindung musste wegen des Hochwassers unterbrochen werden. Benno Hüppi, Sprecher der Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee, sagt: «Der Schiffssteg in Maur konnte noch bis Montagmittag angefahren werden. Ab 14 Uhr war dann Schluss.» Bis auf weiteres bleibe die Strecke unterbrochen.

Auch Spazier- und Radwege rund um den Greifensee sind teilweise überschwemmt und gesperrt. Derzeit zeigt die Wasserstandkarte des Kantons Zürich die Alarmstufe orange für den Greifensee an. Vom letzten Freitagmittag bis am Montagmittag stieg der Pegel um rund einen halben Meter an (siehe Box).

 

Die Gefahrenstufen und ihre Auswirkung auf die Bevölkerung

Entsprechend den Bestimmungen der Alarmierungsverordnung verwendet das Bundesamt für Umwelt (BAFU) für die Warnung vor Hochwasser eine fünfstufige Gefahrenskala (grün bis dunkelrot). Die Gefahrenstufen geben Auskunft über die Intensität des Ereignisses, die möglichen Auswirkungen und Verhaltensempfehlungen.

Die derzeit höchsten Gefahrenstufen(orange) im gesamten Kanton gelten für den Greifensee und Teile der Glatt in Dübendorf. Die Abflussmenge in dieser Stufe entspricht gemäss Bafu etwa einer, die durchschnittlich einmal innerhalb von 2 bis 10 Jahren auftritt. Dazu gibt der Bund Verhaltensempfehlungen ab:
So könnten bei dieser Wasserführung an exponierten Stellen kleinere und grössere Überflutungen auftreten. Folglich seien Überflutungen von Strassenunterführungen, Tiefgaragen und Kellerräumen möglich. Und das Bafu teilt mit: «Der Aufenthalt im Bereich von Fliessgewässern ist äusserst gefährlich. Halten Sie sich fern.»

 

Für Feuerwehrkommandant Zollinger noch kein Grund zur Beunruhigung: «Die Situation ist derzeit angespannt, aber nicht dramatisch.» Es sei beispielsweise kein Vergleich mit 1999, als der Seestand etwa 60 Zentimeter höher als am Sonntag lag.

Gefahrenstufe bleibt hoch

Auch Wolfgang Bollack, Mediensprecher des kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft, (AWEL) beruhigt: «Die nächste Gefahrenstufe wird wohl nicht erreicht werden.» Trotz anhaltenden Niederschlägen seien die grössten Schneemengen inzwischen geschmolzen und würden die Situation nicht weiter verschärfen.
Weshalb der Greifensee als einziger See im Kanton Zürich die Gefahrenstufe drei aufweist, hänge auch damit zusammen, dass der See nicht reguliert werden kann, wie beispielsweise der Zürichsee. «Dieser wird im Winter tief gehalten», sagt Bollack. «Generell reagieren Seen aber träger als Flüsse und Bäche, wo das Wasser schneller abgeführt wird.»

Auch die Vernetzung der Gewässer hat Einfluss auf den Pegel des Greifensees. So fliesst vom Pfäffikersee über die Ustermer Aa Wasser in den Greifensee ab. Und dieser hat wiederum die Glatt als Abfluss.

Auch Überschwemmungen entlang der Glatt

Somit sind alle drei Gewässer vom Hochwasser betroffen: Der Pegel des Pfäffikersees ist ebenfalls beträchtlich angestiegen, dort gilt momentan die Alarmstufe gelb.  Die Glatt in Dübendorf führt auch mehr Wasser und für Abschnitte des Flusses gilt ebenfalls Gefahrenstufe drei. Bei der Messstation hinter dem Kindergarten Strehlgasse stieg die Wassermenge von Donnerstagmorgen bis Montagabend um mehr als das doppelte an. Zuletzt flossen fast 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Glatt hinab.

Das hat gemäss Stephan Schneider, Sprecher der Feuerwehr Dübendorf  – Wangen-Brüttisellen, zu einer Überschwemmung des Fusswegs bei der Eishalle (nahe der Minigolfanlage) geführt. Die Polizei habe den Weg daraufhin gesperrt. Dies sei einer der wenigen «neuralgischen Punkte» entlang der Glatt. «Derzeit beobachten wir den noch leicht steigenden Wasserpegel. Wir gehen aber davon aus, dass sich die Situation bald entspannen wird», sagt Schneider.   

Notfalls muss Uferweg abgesperrt werden

Würde widererwarten die Gefahrenstufe vier erreicht, wären von den Blaulichtorganisationen weitere Massnahmen nötig. Laut Andreas Baumgartner, Kommandant der Stadtpolizei Uster, müsste in diesen Fall – nach Rücksprache mit dem Kanton und unter Einbezug des Bevölkerungsschutzes Uster – der Uferweg Uster zwischen Riedikon und der ARA in Richtung Gemeinde Greifensee abgesperrt werden. «Die Polizei würde die entsprechenden Vollzugs- und Kontrollaufgaben übernehmen», so Baumgartner.

Derzeit werde im Rahmen der Grundversorgung die Lage am Greifensee durch Patrouillen und das Kommando, jeweils morgens und nachmittags, beurteilt und dokumentarisch festgehalten.

Immerhin: Besserung ist in Sicht. «Obwohl es bis Mittwoch weiterregnet, ist das Schlimmste seit Montagmittag überstanden», sagt Klaus Marquardt von Meteo-News. Ab Donnerstag werde der Regen nachlassen, ein Hochdruckgebiet lasse aber weiter auf sich warten.

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