Jetzt soll eine Ampel die Ausfahrt sicher machen
Der Verkehrsknoten Ueberland-/Gfennstrasse wird von der Kantonspolizei zwar nicht als eigentlicher Unfallschwerpunkt gehandelt, dennoch kommt es an dieser Stelle immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen. In den letzten fünf Jahren registrierte die Polizei drei Unfälle mit insgesamt einer verletzten Person. Bei zweien davon kam es zur Kollision, weil der in die dichtbefahrene Ueberlandstrasse einbiegende Autolenker den Vortritt missachtete.
Das soll in Zukunft nicht mehr passieren, denn der Kanton will den Verkehrsknoten mit einer Ampel entschärfen und gleichzeitig den rund 900 Meter langen Strassenabschnitt zwischen dem Mückenkreisel und der Heidenrietstrasse gleich an der Grenze zu Volketswil sanieren. Das Ganze kostet rund 6,5 Millionen Franken.
Kanton rechnet mit deutlichem Rückstau
«Die Lichtsignalanlage wird nicht nur das Problem bei der Einfahrt in die Überlandstrasse beheben», sagt Projektleiter Marc Stutz vom kantonalen Tiefbauamt. «Gleichzeitig verbessert sich damit auch die Verkehrssituation im Zentrum Dübendorf.» Dies, weil die Ampel eine Art Pförtnerfunktion erfüllt und vor allem die morgendlichen Verkehrsspitzen von Volketswil nach Dübendorf regulieren soll.
Der Kanton rechnet damit, dass es dadurch jeweils in den Morgenstunden zu einem «deutlichen» Rückstau kommen wird. Basierend auf einer jährlichen Verkehrszunahme von einem Prozent gehen die Experten bis 2030 von mehr als einem Kilometer aus. «Ohne Lichtsignal würde sich der Stau aber einfach vor dem Mückenkreisel bilden, der schon heute seine Kapazitätsgrenze erreicht hat», sagt Stutz.
Der Vorteil einer Lichtsignalanlage sei, dass man den Verkehrsfluss mit den Rot-/Grünphasen je nach Situation regulieren könne. «Hier gilt es dann, eine Balance zu finden zwischen der Entlastung Dübendorfs und einer Belastung Volketswils.»
Arbeiten dauern mehr als ein Jahr
Weiter dient die Ampel als Busbevorzugungsanlage und soll helfen, die Pünktlichkeit des 756ers zu verbessern. Und die Fussgänger bekommen einen offiziellen Übergang mit Zebrastreifen zu den Parkplätzen auf der gegenüber liegenden Strassenseite beim Militärflugplatz. Bisher gab es da nur eine Mittelinsel, und die Passanten mussten wie die Autofahrer auf eine Lücke im Verkehrsfluss warten.
Die Bauarbeiten sollen Anfang 2022 beginnen – «sofern keine Rekurse eingehen», so Stutz. Der Projektleiter geht davon aus, dass die Arbeiten gut ein Jahr dauern werden.
Die Gfenner freuen sich
Werner Meyer, Präsident des Gfenner Quartiervereins, freut sich über die Pläne des Kantons. Er spricht von einem «langersehnten Wunsch» der Anwohner. «Das Warten ist nun endlich vorbei.» Gemäss Meyer gab es 1996 erstmals einen Vorschlag für einen Kreisel an der Ausfahrt der Gfennstrasse. Der Kanton wollte sich damals finanziell nicht beteiligen, hatte aus verkehrstechnischer Sicht aber keine Einwände. Also sammelten die Gfenner Unterschriften und setzten sich mit Anfragen und Leserbriefen für ihr Anliegen ein.
Ein erstes, 540‘000 Franken teures Kreiselprojekt kam schliesslich 2003 in den Dübendorfer Gemeinderat. Er wurde vom Parlament allerdings als zu teuer eingestuft und abgelehnt. Zehn Monate später scheiterte auch ein abgespecktes Projekt für 400‘000 Franken.
Ein bisschen besser ist es schon
Die Situation verbesserte sich erst, als 2014 auf dem Strassenabschnitt die Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 Stundenkilometer reduziert wurde. Der Kanton hatte die Massnahme jahrelang abgelehnt. Erst mit dem Bau einer grossen Wohnsiedlung an der Ueberlandstrasse kam er auf seinen Entscheid zurück. Um die Übersicht bei der Einfahrt zu verbessern, wurde schliesslich auch noch ein Spurabbau bewilligt.
«Das hat die Situation zwar verbessert», sagt Meyer. Aufgrund des ständigen Mehrverkehrs sei es aber nach wie vor schwierig und gefährlich, in die Ueberlandstrasse einzubiegen. «Wenn auch nicht vergleichbar zu früher, da gab es bis zu zehn Unfälle pro Jahr.» (tba)
