Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Ustermer Stadtrat muss Fragen zu Tempo 30 beantworten

Die Ustermer Gemeinderatssitzung drehte sich am Montagabend um Pflanzenschutzmittel, Freiwilligenarbeit, Strassenlärm und Solarstrom. Beim Thema Sonnenenergie waren sich Grüne und SP uneins.

Autos erzeugen Lärm und stören die Ruhe in der Stadt. Ein Parlamentarier will nun diesbezüglich Lösungsvorschläge vom Stadtrat., Wie der Einsatz mit Pflanzenschutzmittel in der Stadt geregelt ist, war Thema einer Interpellation zweier Grünen Gemeinderäte. , Von Gemeinderat Patricio Frei (Grüne) stammt ein Vorstoss, der sich mit dem Anteil lokalem Solarstrom in Uster beschäftigt.

Foto: PD

Ustermer Stadtrat muss Fragen zu Tempo 30 beantworten

Am Montagabend tagte der Ustermer Gemeinderat erneut im Stadthofsaal, nahe der viel befahrenen Zürichstrasse. Gemeinderat Balthasar Thalmann (SP) sieht solche Strassen wegen der Lärmemissionen als ein Problem für das Leben in der Stadt.

Mit seiner Interpellation «Mehr Ruhe in der Stadt – kommt sie?», die in der Parlamentssitzung behandelt wurde, will er vom Stadtrat wissen, welche Massnahmen er gegen den Verkehrslärm ergreift.

«Lärm macht krank», sagte Thalmann. Darum sei es auch richtig, dass es gesetzlich vorgeschrieben sei, Wohnungen vor Lärm zu schützen. «Solange wir Lastwagen, Autos und Töffs auf den Strassen haben, gibt’s Lärm. Also müssen wir wohl oder übel mit Strassenlärm leben», so Thalmann.

Tempo 30 als Lärmschutz

Thalmann wollte wissen, ob in Uster regelmässig Lärmmessungen vorgenommen werden, wie gross der Lärmsanierungsbedarf ist und ob der Stadtrat vermehrt Tempo 30 in Uster einführen wolle.

«Die Reisezeit verlängert sich bei Tempo 30 nur um ein paar Dutzende Sekunden.»

Balthasar Thalmann (SP), Gemeinderat Uster

Letzteres erachtet der SP-Gemeinderat als wohl wirksamste und beste Methode. «Eine Temporeduktion kostet praktisch nichts, wirkt und ist auch für die Sicherheit gut.» Und auch aus Sicht einer Autofahrerin oder eines Autofahrers sei die Massnahme völlig problemlos. «Die Reisezeit verlängert sich bei Tempo 30 nur um ein paar Dutzende Sekunden.»

Die Interpellation erreichte das nötige Quorum von 12 Stimmen klar. Der Stadtrat hat nun drei Monate Zeit, die Fragen der Interpellation zu beantworten.

Hobbygärtner mit Pestiziden

Schon im Vorfeld beantwortet hatte er hingegen die Interpellation der Grünen-Gemeinderäte Patricio Frei und Marco Ghelfi, weshalb zum Vorstoss keine Abstimmung statt fand.

Die beiden wollten von der Regierung wissen, welchen Regeln die Hobbygärtner beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterliegen und wie diese informiert werden. Auch den Umgang der Stadt selber mit Pflanzenschutzmitteln auf ihren Flächen erfragten die Parlamentarier.

Stadtrat will Garten-Giftler im Zaum halten

08.01.2021

Uster setzt auf Biodiversität

Die Ustermer Grünen fordern in einer Interpellation giftfreie Gärten. Beitrag in Merkliste speichern In seiner Antwort machte der Stadtrat geltend, dass für den Gebrauch auf städtischem Land je nach Gebiet verschiedene Abteilungen verantwortlich seien. Eine einheitliche Regelung bestehe nicht, soll aber im Rahmen des Biodiversitätskonzeptes (BIK) geschaffen werden.

Solarstrom aus Ustermer Steckdosen

Ebenfalls ein Umweltthema stand mit Freis zweiten Vorstoss an diesem Abend, dem Postulat «Solarstrom im Standardprodukt für Usters Energieversorgung», zur Abstimmung. Mit diesem will er erreichen, dass mindestens 15 Prozent der Elektrizität aus Solarenergie, wenn möglich aus der Region, kommen soll.

Dieser Anteil soll dann als Standard für die Konsumenten gelten. Wer das nicht will, müsste sich beim Stromanbieter, also beim Energieversorger Energie Uster AG, melden.

«Allein auf den Schulhäusern Pünt und Oberuster liegt 724‘000 Kilowattstunden Sonnenenergie brach.»

Patricio Frei (Grüne), Gemeinderat Uster

Der Stadtrat, der den Vorstoss bereits im Vorfeld beantwortet hatte, will in Sachen Solarstrom nicht so weit gehen wie es Patricio Frei wünscht. Statt 15 Prozent sollen fünf bis zehn Prozent als Standard für Stromproduzenten gelten. Allerdings sollen Kunden die Option für ein Produkt haben, das mindestens 15 Prozent Sonnenenergie enthält.

Solarstrom auf Schulhäusern

Dass die Energie Uster AG, deren Mehrheitsbesitzerin die Stadt ist, den Löwenanteil der Antwort verfasst hatte, passte Frei nicht. Neben den Marktbetrachtungen gebe es auch noch strategische und energiepolitische Betrachtungen, sagte er.

«Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Energie Uster AG im Hinblick auf die Energiewende gut unterwegs ist.»

Marius Weder (SP), Gemeinderat Uster

Er denke auch an das «beträchtliche Potential» auf all den Dächern und Fassaden der städtischen Liegenschaften für die Solarenergie. «Allein auf den Schulhäusern Pünt und Oberuster liegt 724‘000 Kilowattstunden Sonnenenergie brach», so Frei.

Ustermer Stadtrat will Vereinsrabatt einführen

07.01.2021

Nach Postulat von SP-Gemeinderat

Ein Ustermer Gemeinderat will «keine bürokratischen Hindernisse für Freiwilligenarbeit» mehr. href=”/flag/flag/np8_favorites/3239733?destination=batch&token=kt4N_vMFHeCPnbDusZvuebvhduQXK5pxMu8-pe0-_L0″ title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3239733 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Stadtrat Cla Famos (FDP) verteidigte das Vorgehen, hauptsächlich die Energie Uster AG zu konsultieren. Schliesslich sei das Unternehmen auch massgebend in Freis Postulat erwähnt.

Für den Stadtrat stimmt der Energiemix in der Stadt. «Wir sind in Uster in Sachen Solarstromproduktion – auch im Vergleich mit anderen Gemeinden und Städten – erfolgreich unterwegs», sagte Famos.

SP gegen 15 Prozent Solarstrom als Standard

Schützenhilfe erhielt Famos von der SP. Gemeinderat Marius Weder sagte: «Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Energie Uster AG im Hinblick auf die Energiewende gut unterwegs ist.»

Die von Frei verlangten 15 Prozent Solarstrom seien im Rahmen einer Gesamtschau wenig zweckmässig. «Müsste die Energie Uster AG sofort auf 15 Prozent Solarstrom als Standard umstellen, dann müsste sie die fehlenden Prozente auf dem schweizerischen Strommarkt einkaufen», sagte Weder.

«Wir plädieren dafür, dass Uster bei der Solarenergie eine Vorreiterrolle übernimmt.»

Andreas Pauling (GLP), Gemeinderat Uster

Dagegen machte Andreas Pauling (GLP) «enttäuschende Elemente» im Bericht des Stadtrates aus. Das angepeilte Wachstum sei viel zu tief. «Wir plädieren dafür, dass Uster bei der Solarenergie eine Vorreiterrolle übernimmt.» Der eingeschlagene Weg sei richtig, doch viel zu zögerlich, sagte Pauling.

«Schiff treiben lassen»

Für SVP-Gemeinderat Silvan Dürst galt: «Manchmal muss man das Schiff vor einer Kursänderungen einen Moment treiben lassen, bevor man mit Vollgas in den Hafen schiesst.» Sprich: Das Ziel solle nicht im schnellstmöglichen Tempo, sondern so nachhaltig wie möglich erreicht werden.

Matthias Bickel (FDP) teilte die Meinung des Stadtrates, dass 15 Prozent Solarstrom derzeit zu viel seien. Bickel attestierte der Energie Uster AG «gute Arbeit» zu leisten und Produkte anzubieten, die die Kundschaft wünsche.  

Das Postulat wurde mit 32 Ja-Stimmen als erledigt abgeschrieben – auch Frei stimmte letztlich dafür.

Wasserversorgung und Freiwilligenarbeit

Mit dem Postulat «keine bürokratischen Hindernisse für Freiwilligenarbeit» wurde ein weiterer Vorstoss aus der Feder von Balthasar Thalmann behandelt. Die Gemeinderäte entschieden ohne Gegenstimme, das Postulat als erledigt abzuschreiben.
Ohne Gegenstimmen hiess der Gemeinderat auch die Abstimmungsempfehlung des Stadtrates zur Statutenrevision der Zweckverbände Gruppenwasserversorgung Vororte und Glattal sowie Gruppenwasserversorgung Oberes Glattal gut. Somit kommt die Revision vors Volk. Die Urnenabstimmung ist für den 13. Juni vorgesehen.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns