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Politik

Das Lindauer Gemeindehaus soll einem Neubau weichen

Der Gemeinderat plant einen Neubau des Gemeindehauses im Ortszentrum von Lindau. Ein Planungsbüro hat die Situation beurteilt und empfiehlt einen anderen Standort für den Verwaltungssitz als ihn der Gemeinderat ursprünglich vorgesehen hat.

Das bestehende Gemeindehaus soll Platz machen für einen Neubau., Der Gemeinderat will das Ensemble des ehemaligen Restaurants Rössli, des Gemeindehauses und der Kirche zusammen entwickeln., So könnte der Ortskern in Zukunft aussehen. Der Strassenverlauf gibt die gestalterischen Möglichkeiten zum grossen Teil vor.

Visualisierung: Michael Meier und Marius Hug Architekten AG / Daniel Hässig Architekten GmbH

Das Lindauer Gemeindehaus soll einem Neubau weichen

Allmählich zeichnet sich ab, wie der Gemeinderat den Ortskern von Lindau entwickeln will. Im Zentrum sollen unter anderem der Neubau der Gemeindeverwaltung und neue Begegnungsmöglichkeiten für die Bevölkerung entstehen.

Das Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1937 wurde vor knapp zehn Jahren letztmals saniert und gilt als abgenutzt. Ringhörige Wände, fehlende Fluchtwege, enge Platzverhältnisse und keine Reserve-Arbeitsplätze sind nur einige Probleme, die das Haus zum Sanierungsfall machen.

Der Gemeinderat hat allerdings längst klargemacht, dass er nicht sanieren, sondern neu bauen will. In einer ersten Diskussion mit verschiedenen Anspruchsgruppen wurden hat er die Bedürfnisse und Wünsche ermittelt. Angedacht war ursprünglich, dass vis-à-vis des bestehenden Gemeindehauses ein L-förmiger Neubau erstellt werden soll. Darin wären die neuen Büros der Verwaltungsangestellten vorgesehen gewesen. Die Bibliothek, die heute im alten Schulhaus einquartiert ist. hätte man dort integrieren können. Vereine haben zudem öffentlich nutzbare Räumlichkeiten gefordert, die vermietet werden können.

Neuer Standort empfohlen

Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Der Gemeinderat hat im Anschluss an die erste Diskussionsrunde ein Architektenteam beauftragt, ein Richtprojekt für die Dorfkernentwicklung Lindau zu erarbeiten, damit Machbarkeit und Kosten präziser abgeschätzt werden können. Nun liegen die Ergebnisse vor.

So könnte sich Lindaus Zentrum in Zukunft entwickeln

26.06.2019

Aufwertung des Dorfkern

Der Gemeinderat strebt eine Aufwertung im Dorfkern des Lindauer Zentrums an. Beitrag in Merkliste speichern Das beauftragte Planungsbüro schlägt dem Gemeinderat vor, den neuen Verwaltungssitz auf der Parzelle des heutigen Gemeindehauses zu planen. Dies könnte eine Kehrtwende sein.  Bislang hatte die Gemeinde einen Neubau auf der Parzelle Ost favorisiert, wo sich heute ein Parkplatz befindet.

Dort sieht das Planungsbüro vor allem den Nachteil, dass ein Gestaltungsplan zwingend notwendig wäre und dadurch erhebliche Kosten anfallen würden.  Zudem verläuft unterhalb des Parkplatzes ein eingedolter Bach, das könnte den Bau einer Tiefgarage erschweren.  « Die Planer konnten uns eine plausible Erklärung liefern, weshalb der jetzige Standort für einen Neubau doch sinnvoll ist », sagt Hochbauvorsteherin Susanne Sorg-Keller (FDP). Damit sei man auf dem richtigen Weg.

Parkplatz-Frage noch ungeklärt

Der Neubau des Gemeindehauses soll zusammen mit der Kirche, dem Pfarrhaus, dem Restaurant Casa Esquina im ehemaligen Rössli und dem alten Schulgebäude den Dorfplatz bilden. «So entwickeln wir ein attraktives Ensemble, wodurch unterhalb der Kirche zudem ein neuer Platz und damit ein neuer Treffpunkt entsteht», sagt Sorg-Keller.

Eine Schätzung zu den Grobkosten bewegt sich zwischen 7,5 und 8,5 Millionen Franken. «Diese Kosten sind angemessen. Da entsteht kein Palast», stellt Sorg-Keller klar.  Der Preis hängt vor allem davon ab, ob eine Tiefgarage gebaut wird  oder ob nur oberirdische Parkplätze bestehen.

Ursprünglich hatten die Pläne des Gemeinderats vorgesehen, dass auf der verbleibenden Parzelle Wohnungen gebaut werden . Besitzerin dieses Landes bleibt weiterhin die Gemeinde. Jedoch könnte sie das Land auch im Baurecht abgeben oder aber  die Parkplatz-Parzelle als Baulandreserve behalten. Letzteres steht nun also im Vordergrund.

Gemeindeversammlung entscheidet über Kredit

Für den Gemeinderat ist somit auch klar, dass das Gemeindehaus in den Ortsteil Lindau gehört. Üblicherweise steht der Verwaltungssitz im Zentrum – nur hat die Gemeinde verschiedene Dorfkerne. Der Standort der Verwaltung sorgte in der Vergangenheit für Diskussionen. In einer Urnenabstimmung im November 2017 hat die Bevölkerung den Umzug in das Gewerbezentrum Dreispitz in Tagelswangen deutlich abgelehnt. Es stand auch schon die Option im Raum, dass die Verwaltung Räume auf dem ehemaligen Maggi-Areal bezieht. Diese Variante ist aber vom Tisch.

In einem nächsten Schritt entscheidet der Gemeinderat nun, ob ein Architekturwettbewerb lanciert wird. 2021 soll dazu ein Kreditantrag zur Abstimmung vor die Gemeindeversammlung kommen.  Über den definitiven Baukredit befindet das Stimmvolk im Laufe des übernächsten Jahres. 2024 könnte dann frühestens mit der Umsetzung der Dorfkern-Pläne begonnen werden – allerdings nur dann, wenn es keine Einsprachen gibt. 

Die Bevölkerung hat die Möglichkeit, die Unterlagen zum Richtprojekt einzusehen. « Uns ist es wichtig, dass wir von den verschiedenen Anspruchsgruppen eine Rückmeldung erhalten », sagt Susanne Sorg-Keller. Zunächst sollen sich die Ortsparteien und Vereine äussern. Der Gemeinderat wird seinen Beschluss zum weiteren Vorgehen in der Dorfkernentwicklung dann wieder der breiten Bevölkerung zukommen lassen.

Der Bericht und weitere Unterlagen zum Richtprojekt sind auf der Homepage der Gemeinde Lindau unter folgendem Link einsehbar.

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