Der Cheebab lockt Käseliebhaber von der ganzen Schweiz nach Wildberg
Seit Anfang Dezember steht neben der neuen Käserei in Wildberg ein Take-Away-Imbiss. Verkauft wird dort unter anderem der Käse-Kebab Cheebab. Dieser erhält anstelle von Fleisch gegrillte Käsestreifen, die von einem Spiess geschnitten werden. Die Idee, diesen Imbiss zu eröffnen, hatten Veysel Gülöz und Roland Rüegg.
Gülöz ist Geschäftsführer der Cheebab Switzerland GmbH und damit verantwortlich für die Vermarktung des Käse-Döners. Rüegg ist Erfinder und Produzent des Cheebabs und Geschäftsführer der Käserei Wildberg. «Ich habe ständig Telefonanrufe von Personen erhalten, die unbedingt einen Cheebab probieren wollten», erklärt Gülöz. Und so haben die beiden zusammen entschieden, das Take-Away-Angebot in Wildberg auf die Beine zu stellen.
Ausgebaute Öffnungszeiten
Die nötige Infrastruktur hatten die beiden bereits, nämlich einen eigenen Imbisswagen. «Der Standort neben der Käserei bietet sich natürlich an», so Gülöz. «So können sich auch gleich die Handwerker verpflegen, die in der Käserei arbeiten.»
Gülöz und Rüegg ziehen eine positive Zwischenbilanz. Ihr Angebot trifft auf reges Interesse. «Es kommen Leute aus dem Dorf zu uns und viele Handwerker aus der Region», sagt der Geschäftsführer. Seit Anfang letzter Woche hat der Imbissstand seine Öffnungszeiten ausgebaut.
Vergleich ist nicht möglich
«Unser Pilotversuch im Dezember war so erfolgreich, dass wir nun von Montag bis Freitag am Mittag und Abend geöffnet haben, am Samstag den ganzen Tag», erklärt Gülöz. Er betont gleichzeitig, dass dieser Entscheid nicht im Zusammenhang mit den Restaurantschliessungen stehe.
«Wir können deshalb nicht sagen, dass wir davon profitieren.» Ein Vergleich sei gar nicht möglich. «Schliesslich haben wir erst gerade angefangen.» Ausserdem gebe es in Wildberg ohnehin kein Restaurant.
Aus allen Ecken
Doch nicht nur Personen aus der Region finden den Weg an den Cheebab-Stand. «Es gibt ab und zu tatsächlich Käseliebhaberinnen und -liebhaber, die aus allen Ecken der Schweiz extra für einen Cheebab nach Wildberg kommen», so Gülöz.
«Der Cheebab könnte schon bald in Dubai oder in Amerika angeboten werden.»
Veysel Gülöz, Geschäftsführer Cheebab Switzerland GmbH
«Anfang Januar sind sechs Studentinnen hierhergekommen, nur um einmal den Käse-Kebab zu probieren.» Für ihn ist das ein Zeichen, dass der Cheebab in der Schweiz durchstarten wird. «Bisher war er eine Rarität und wurde nur selten in der Schweiz verkauft», erklärt er. Mehr sei bisher auch nicht möglich gewesen. «Die aktuelle Produktion in Bäretswil liesse dies gar nicht zu.»
Von Wildberg nach Dubai
Doch schon bald wird der Käse-Döner in grösseren Mengen in Wildberg produziert werden. «Ich hoffe, dass wir ab März rund 2000 Cheebab-Spiesse pro Monat in der neuen Käserei herstellen können», sagt Gülöz. Er ist deshalb damit beschäftigt für die Schweiz eigene Vertriebskanäle aufzubauen. «Denn für uns ist es sehr wichtig, dass der Cheebab überall nur in guter Qualität angeboten wird», betont er.
Doch seine Ambitionen hören nicht etwa an der Landesgrenze auf. In Deutschland habe er schon jetzt Vertriebspartner. «Aber wir haben weitere Interessenten aus anderen europäischen Ländern», erklärt er. «Ausserdem könnte der Cheebab schon bald in Dubai oder in Amerika angeboten werden.»
Er glaubt fest an den Erfolg seines Produktes: «Ich bin davon überzeugt, dass der Cheebab in den nächsten fünf Jahren weit herumkommt.» Und Gülöz hegt einen Traum. Vielleicht werde der Käse-Döner-Spiess eines Tages ein Schweizer Aushängeschild, wie Schokolade, Uhren oder Taschenmesser. (Bettina Schnider)
Endspurt in der Käserei
Der Bau der neuen Käserei in Wildberg sei auf der Zielgeraden, erklärt Roland Rüegg, der Geschäftsführer der Käserei Wildberg. «Derzeit sind wir daran, die Maschinen zu programmieren.»
Er hofft, dass Ende Februar die ersten Testläufe möglich sind. «Zuerst mit Wasser, dann mit Milch», erklärt der Käser. «Danach müssen sicher noch einige Kleinigkeiten angepasst werden, doch ich bin frohen Mutes, dass die Produktion im Frühling starten kann.»
Auch wenn viele Abläufe in der Käserei automatisiert seien, brauche es weiterhin gut ausgebildetes Personal. «Ohne Milchtechnologen, die ein spezifisches Know-How und Hintergrundwissen haben, kann man keinen guten Käse produzieren», so Rüegg. In der Käserei Wildberg werden in Zukunft jährlich rund vier Millionen Liter Milch zu 400 Tonnen Käse verarbeitet werden. (bes)