Ein Haus, ein Garten mit Gewächshaus, und darum herum nur Freilandbeete, Wiesen, Felder. Für sich gesehen ist das Foto, eine Luftaufnahme aus den frühen 1950er Jahren, nichts Besonderes. Erst mit dem heutigen Blick bekommt es einen dokumentarischen Wert. Denn es wurde im Hochbord im Westen Dübendorfs aufgenommen. Also dort, wo derzeit ein Wohnkomplex nach dem anderen aus dem Boden gestampft wird – und bald die letzte freie Fläche verbaut sein wird.
60 Seiten weiter, wieder eine Luftaufnahme, datiert auf die späten 1920er Jahre. Zu sehen ist das Restaurant Neuer Adler an der Überlandstrasse, daneben eine Werkstatt für Velos und Motorräder. Von hier aus baute Hans Graf seine Taxi-Firma aus, dazu kam eine Tankstelle, eine Autogarage. Die Garage gibt es immer noch, wenn auch ganz anders. Taxi-Graf wurde kürzlich liquidiert. Und das Quartier auf dem Foto? Es ist nicht wiederzuerkennen.
Busse wegen Böllern
Im neuen Dübendorfer Heimatbuch spielt die Redaktionskommission ihre Kernkompetenz aus: die Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Diesmal tut sie das anhand zweier Familiengeschichten, ergänzt mit viel altem Bildmaterial, vergilbten Dokumenten, Zeitungsreklame. Die personellen Verbindungen zur Ortsgeschichtlichen Dokumentationsstelle machens möglich.
Und so erfährt man, wie der geschäftstüchtige Hans Graf anno 1909 in Dübendorf als Velo- und Motorradhändler beginnt und schliesslich zum Taxi-Pionier wird. Denn er zählt in den 1910er Jahren in Dübendorf zu den ersten Autobesitzern, führt Hochzeits- und Mietfahrten aus, macht Krankentransporte, und legt damit den Grundstein für sein späteres Dienstleistungsunternehmen.

