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Erster Schulraum für das Dübendorfer Boom-Quartier

Das Parlament genehmigte am Montag den Kauf von Stockwerkeigentum für 7,6 Millionen Franken – und machte damit den Weg frei für eine Schule im Hochbord-Quartier. Auch ein Doppelkindergarten wird gebaut. Doch der Gemeinderat will mehr.

Zur Schuleinheit würde auch ein grosser Aussenraum gehören, und eine Turnhalle, aber die muss separat bewilligt werden.

Visualisierung: PD

Erster Schulraum für das Dübendorfer Boom-Quartier

Selten war sich das Dübendorfer Parlament so schnell einig, wenn es um viel Geld ging: An seiner Sitzung vom Montag genehmigte der Gemeinderat 1,6 Millionen Franken für den Ausbau eines Doppelkindergartens mit Tagesstrukturen in der Überbauung Stettbach Mitte – einstimmig und diskussionslos. Auch die jährlichen Mietkosten von gut 160‘000 Franken passierten problemlos.

Damit können Kinder aus dem Hochbord-Quartier voraussichtlich ab Sommer 2022 erstmals dort den Chindsgi besuchen, wo sie wohnen. Bis jetzt werden die Kleinen laut Primarscharschulpräsidentin Susanne Hänni (GLP/GEU) jeden Tag in die Schuleinheiten Högler, Wil und Birchlen gefahren, was Aufwand und Kosten generiere.

Schule im Wohnturm

Noch ein wenig wichtiger als die Chindsgi-Vorlage war an diesem Abend der Kauf von Stockwerkeigentum in der Hochhaussiedlung Three Point. Die Kosten für die Büro- und Gewerberäume belaufen sich auf 7,6 Millionen Franken. Das Ziel des Stadtrats ist es, die Räumlichkeiten im Erdgeschoss und ersten Stock der Türme D und E zu einer Schuleinheit für sechs Klassen umzubauen. Dieses Vorhaben müsste dann separat vom Stimmvolk genehmigt werden. Ebenfalls geplant ist eine Turnhalle.

«Neue Schulhäuser und Kindergärten in grosse Wohnbauten zu integrieren, ist irgendwann vielleicht die einzig sinnvolle Möglichkeit, die steigenden Schülerzahlen aufzufangen.»

Oliver Kellner (Grüne) Gemeinderat

Mit den Massnahmen soll der Schulraumbedarf im boomenden Hochbord-Quartier voraussichtlich ab Sommer 2024 gedeckt werden – etwas, das lange Zeit nicht möglich schien und dem Stadtrat einiges an Kritik eingebracht hatte.

Etwa von den Grünen: «Ein Hochhausquartier zu planen ohne an ein Schulhaus zu denken, ist für uns ein nicht nachvollziehbarer Fehler», sagte Gemeinderat Oliver Kellner. Umso erfreuter sei er über ein innovatives Projekt, das ein aktuelles Problem zu einem bezahlbaren Preis löse. «Neue Schulhäuser und Kindergärten in grosse Wohnbauten zu integrieren, ist irgendwann vielleicht die einzig sinnvolle Möglichkeit, die steigenden Schülerzahlen aufzufangen.»

«Damit sind die Planungsgrundlagen nicht erfüllt.»

Theo Zobrist (SP), Gemeinderat

Auch Ivo Hasler (SP) freute sich über den «zukunftsgerichteten» Aspekt des Projekts und die bald sicheren Schulwege. «Eine solche öffentliche Infrastruktur ist ein Pfeiler einer funktionierenden Nachbarschaft», sagte er und forderte einen weiteren Kindergarten im Gebiet Zwicky/Giessen.

Alles korrekt – oder doch nicht?

Nicht erfreut über das Traktandum war Theo Zobrist (SP). Er monierte, dass das Geschäft nicht in der Kommission für Schulgeschäfte hätte behandelt werden dürfen, sondern in der Kommission für Raumplanungs- und Landgeschäfte (KRL), deren Präsident er ist. «Damit sind die Planungsgrundlagen nicht erfüllt.» Auch dürfe der Gestaltungsplan nicht einfach so geändert werden. Erzürnt stellte Zobrist einen Rückweisungsantrag.

Davon war wiederum Gemeinderatspräsidentin Flavia Sutter (Grüne) nicht begeistert. Die Zuweisung des Geschäfts sei nie zur Diskussion gestellt worden, auch nicht von der KRL, sagte sie. Jetzt, da der Beschluss vorliege, sei Kritik daran «nicht angebracht». Und Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU) hielt fest: «Alles ist juristisch sauber und korrekt.»

Das Parlament folgte dieser Argumentation. Es schickte den Rückweisungsantrag bachab und sprach sich mit einer Gegenstimme für den Kauf aus.

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