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Das ist das neue Schulhaus Birchlen – mit «geheimem Garten»

Jetzt ist klar, wie das Projekt aussieht, das das Dübendorfer Primarschulhaus Birchlen ersetzen soll. Der siegreiche Entwurf heisst «Der geheime Garten», bietet Platz für 500 Kinder, kostet ohne Sparoptionen 45 Millionen Franken – und wird von den Beteiligten in den höchsten Tönen gelobt.

Das neue Primarschulhaus wird das zweitgrösste in Dübendorf – sofern das Projekt genehmigt wird., Schulpräsidentin Susanne Hänni lobt die gute Einbindung ins Quartier. , Das Schulhaus Birchlen wurde 1960 erbaut.

Thomas Bacher

Das ist das neue Schulhaus Birchlen – mit «geheimem Garten»

«Der Entscheid der Jury fiel einstimmig aus», sagte Baukommissionspräsident Markus Wolf. Und mehr noch – für sämtliche wichtigen Punkte habe es von Experten wie auch Nutzern die Bestnote gegeben. Damit fasste der Schulpfleger zusammen, was an der Präsentation am Freitag im Luftschutzkeller des Birchlen-Schulhauses mehrfach wiederholt wurde: «Der geheime Garten», so heisst der Sieger des Wettbewerbs, ist nicht nur das beste Projekt, sondern das auch noch mit Abstand.

Der Neubau soll das im Jahr 1960 erbaute Schulhaus Birchlen ersetzen. Die Anlage ist bezüglich Schülerzahlen an ihre Grenzen gestossen und muss saniert werden. Erst hatte die Primarschulpflege geplant gehabt, eine Sanierung und Erweiterung zu realisieren, scheiterte damit aber im Gemeinderat (siehe Box). Nun ist ein Neubau geplant, dessen Kapazität gegenüber dem früheren Vorhaben nochmals deutlich erhöht wurde.

Heute gibt es im «Birchlen» zehn Primar- und zwei Kindergartenklassen, neu sollen es 18 Primar- und vier Kindergartenklassen sein – und dazu eine Doppelturnhalle. Ausserdem sind bis zu 150 Plätze für Hort und Mittagstisch eingeplant. Vom Bauvolumen her ist man damit laut Machbarkeitsstudie an der oberen Grenze dessen angelangt, was an dem Standort möglich ist.

Beton wo nötig, Holz wo möglich

Neu könnte im «Birchlen» auch der Hauptsitz der Musikschule unterkommen, dies allerdings als Option, es werden also zwei Varianten ausgearbeitet. Fest eingeplant hingegen ist eine grosse Produktionsküche, die sämtliche Schulhäuser respektive die angeschlossene Tagesbetreuung mit Mahlzeiten versorgen könnte.

Für Dübendorf als Energiestadt muss der Neubau die Anforderungen von Minergie-P Eco erfüllen. Darüber hinaus biete das Projekt aber noch weitere Vorteile in Sachen Nachhaltigkeit, sagte Projektleiter Tobias Schär von der Firma Basler & Hofmann. So werde für den Massivbau und den Brandschutz zwar Beton verwendet, ansonsten aber wo immer möglich Holz verbaut.

Besonders an der Projektidee des Zürcher Architekturbüros Thomas De Geeter ist laut Schär, dass die verschiedenen Nutzungseinheiten einerseit separat erschlossen seien und isoliert genutzt werden könnten, andererseits aber auch untereinander optimal verbunden seien. So sei es zum Beispiel problemlos möglich, dass der Kindergartenbereich mit seinem separierten Spielareal ausserhalb der Betriebszeiten vom Hort genutzt werde. Ebenfalls denkbar unkompliziert und auf kurzen Wegen möglich sei der Zugang zu anderen Räumlichkeiten wie Singsaal, Turnhallen oder auch Bibliothek.

Primarschulpräsidentin Susanne Hänni (GLP/GEU) hob die gute Einbettung ins Quartier hervor. «Die Nachbarn etwa werden nicht durch Schattenwurf tangiert.» Auch biete der Gebäuderiegel auf eine Seite hin einen guten Schutz vom Pausenplatzlärm.

Und Baukommissionspräsident Wolf betonte, dass hinter dem Siegerprojekt eine «Nachwuchsfirma» stehe, die nun ihre Chance nutzen und «stark performen» werde. So war eine der internen Vorgaben für den Wettbewerb, dass ein bestimmter Anteil an Unternehmen berücksichtigt wird, bei denen kein Mitglied der Geschäftsleitung älter als 40 Jahre ist. Das betreffende Architekturbüro habe zwar schon Schulhäuser gebaut, werde aber für die Ausführung mit einem renommierten Baumanagement zusammenarbeiten

Die Frage des Provisoriums

Mit der Option Musikschule soll das Projekt rund 45 Millionen Franken kosten. Es gebe allerdings noch Optimierungsmöglichkeiten, wie Projektleiter Schär mit Verweis auf eine externe Überprüfung festhielt. Dies etwa bei der Grösse einiger Räume, der Fassadengestaltung oder dem Innenausbau. Geplant ist, dass das Geschäft im Herbst in den Gemeinderat kommt. Als frühestmöglicher Eröffnungstermin gilt der Sommer 2025.

Noch nicht geklärt ist die Frage, ob ein Provisorium nötig wird. Laut Susanne Hänni ist es möglich, dass die Klassenräume im Högler-Schulhaus sowie im geplanten Schulprojekt in der Überbauung Three Point im Quartier Hochbord als Ausweichmöglichkeit ausreichten. Dies hänge von der Entwicklung der Schülerzahlen ab. Entscheiden könne man das Ende 2021.

Doch was hat es eigentlich mit dem Projektnamen auf sich, dem «geheimen Garten»? Der bezieht sich auf die Gestaltung der Dachterrasse auf dem Turnhallengebäude, die von aussen nicht einsehbar ist.

Der erste Anlauf scheiterte
 

Fünfeinhalb Jahre ist es her, als das erste «Birchlen»-Projekt vorgestellt wurde. Damals ging es um eine Sanierung und Erweiterung, wobei die Kapazität nur um zwei Primarschul- und eine Kindergartenklasse erhöht werden sollte. Als der Baukredit im Juni 2017 in den Gemeinderat kam, wurde eben diese verhältnismässig geringe Erweiterung hinterfragt. Auch wurde kritisiert, dass kein Neubau geprüft worden sei.
 
Vor allem aber nahmen die Gegner die Kosten ins Visier, die im Verlauf der Planung und Projektierung von 19 auf 28,5 Millionen Franken gestiegen waren. Diesen Anstieg hätten die Verantwortlichen nicht schlüssig erklären können, monierte die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK). Insgesamt kam das Parlament zum Schluss, dass die Kosten zu hoch seien für ein Vorhaben, das zu viele Unsicherheiten berge – und lehnte das Projekt ab. tba

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