Nur sieben Stimmberechtigte mehr, und die Gemeindeversammlung von Wangen-Brüttisellen hätte nicht durchgeführt werden können. Denn der grosse Saal im Gsellhof war aufgrund der Corona-Bestimmungen nur für 150 Personen zugelassen, weshalb die Verantwortlichen am Dienstagabend im Sekundentakt nervös zum Eingang schauten, wo nach der Zutrittskontrolle immer mehr Leute reinströmten. Am Ende waren es dann 144 Anwesende – und die Politveranstaltung konnte losgehen.
Der Grossaufmarsch hatte seinen Grund. So beantragte der Gemeinderat, den Steuerfuss von 98 auf 101 Prozent zu erhöhen. Vor allem aber war es ein Begehren im Bereich Schule, welches die Stimmberechtigten mobilisiert hatte.
Minus wegen Wegzug von Firmen
Fundamentalopposition gegen die Steuererhöhung gab es an diesem Abend nicht. Finanzvorstand Claude Dougoud (SVP) hatte deutlich gemacht, wo das Problem liegt: So bestehe seit mehreren Jahren eine Finanzierungslücke, und gleichzeitig gebe es eine Einbusse bei den Steuereinnahmen, weil zwei finanzstarke Unternehmen weggezogen seien. Budgetiert war bei einem Gesamtaufwand von 43,562 Millionen Franken ein Minus von gut 400‘000 Franken.
«Wir haben alle Kosten, die wir beeinflussen können, plafoniert.»
Claude Dougoud (SVP), Finanzvorstand

