Mönchaltorfer entscheiden über Millionenplus und kleines Minus
Wer an der Gemeindeversammlung in Mönchaltorf teilnehmen wollte, musste zuerst einen Parcours in der Turnhalle Rietwis durchlaufen. Mit Turnkästen, Matten-Wagen, Malstäben und Absperrbändern hatten die Behörden ein Schleusensystem aufgebaut. Damit wollten sie am Montagabend ein Corona-konformes Anstehen für die Stimmberechtigten schaffen. Der Ansturm hielt sich aber mit 33 Mönchaltorfern in Grenzen. Diese konnten über die Jahresrechnung 2019, das Budget 2021 und über einen Kredit für den Ersatz der Heizungsanlage im Gemeindezentrum Mönchhof entscheiden.
Finanzvorstand Bernhard Kaderli (FDP) präsentierte die Jahresrechnung 2019, über die wegen des Ausfalls der Gemeindeversammlung im Juni erst ein halbes Jahr später abgestimmt wurde. Die Rechnung schliesst bei einem Ertrag von 27‘473‘193 Franken mit einem Plus von rund 2,9 Millionen ab – das sind 3,3 Millionen Franken besser als budgetiert.
Weniger Ausgaben für Bildung
Ein Grund für den höheren Ertrag sind laut Kaderli etwa die hohen Grundstückgewinnsteuern. Diese sind rund 1,6 Millionen Franken höher ausgefallen als budgetiert. Damit hat die Gemeinde in diesem Bereich ihren Ertrag, verglichen mit dem Budget, beinahe verdoppelt.
«Ist das Budget deswegen nicht zu optimistisch angesetzt?»
Charles Vogt, Präsident SVP Mönchaltorf
Auf der Aufwandseite gibt Kaderli das bessere Abschneiden bei der Bildung an. Dafür sei ein geringerer Aufwand bei den Liegenschaften angefallen und auch der Bereich «Sonderschule» habe um gut 400’000 Franken besser abgeschlossen. Dies hauptsächlich dank einer einmaligen Rückzahlung in der Höhe von 213‘000 Franken.
Budget zu optimistisch?
Die Rechnung wurde von den Mönchaltorfern ohne Gegenstimme genehmigt. Auch das zweite Geschäft des Abends, das Budget 2021, wurde mit demselben Resultat angenommen. Damit sagten die Mönchaltorfer Ja zum prognostizierten Minus von 464’900 Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss von 111 Prozent für die Politische Gemeinde.
Bedenken gegenüber dem Budget äusserte Charles Vogt, Präsident der Mönchaltorfer SVP. Er rechne im Verlauf des nächsten Jahr wegen der Pandemie-Auswirkungen mit zusätzlichen Arbeitslosen. Diese wiederum würde sich in den Steuererträgen niederschlagen, auch bei den juristischen Personen. «Ist das Budget deswegen nicht zu optimistisch angesetzt?», fragte Vogt.
Ölheizung kommt weg
Finanzvorstand Kaderli entgegnete, dass die Steuererträge der juristischen Personen in Mönchaltorf gering ausfallen. Im Gegensatz zu Gemeinden, wo 30 oder 40 Prozent der Erträge von juristischen Personen stammten, machen diese in Mönchaltorf nur gerade sechs bis sieben Prozent des gesamten Steueraufkommens aus. «Wenn wir in diesem Bereich für ein bis zwei Jahre geringere Erträge haben, fällt nicht das ganze Budget auseinander», sagte Kaderli.
Das letzte Geschäft auf der Traktandenliste war der Investitionskredit in der Höhe von 265’000 Franken für den Ersatz der Heizungsanlage des Gemeindezentrums Mönchhof. Die über 30 Jahre alte Ölheizung soll durch eine Holzpelletheizung ersetzt werden und der Öltank zu einem Pelletlager umgebaut werden. Auch dieses Traktandum wurde von der Stimmbevölkerung ohne Gegenstimme gutgeheissen.
