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Die Feldlerche als Mahnmal für den Artenschwund

Die Biodiversität wird in Greifensee in den nächsten Jahren mit 210‘000 Franken gefördert. Dies haben die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung – trotz Gegenvoten – entschieden.

Die Natur im Fokus: Die Greifenseer haben sich für einen Kredit zum Schutz un der Förderung der Artenvielfalt ausgesprochen., Naturbelassene Gärten wie hier in Uster, sind für die Artenvielfalt förderlich.

Christian Merz

Die Feldlerche als Mahnmal für den Artenschwund

Ein grünes Häkchen nach dem anderen kann in Sachen Schutz und Förderung der Artenvielfalt in den Gemeinden rund um den Greifensee gesetzt werden. So stimmte an der gestrigen Gemeindeversammlung eine deutliche Mehrheit der Greifenseer für die entsprechende Einzelinitiative, die von den Grünen des Bezirks Uster lanciert wurde. Damit verbleibt einzig noch Schwerzenbach, wo die Stimmbürger im nächsten Jahr darüber entscheiden sollen.

Trotz des fortgesetzten Siegeszuges des Begehrens, gab es an der Versammlung im Landenberghaus einige kritische Wortmeldungen. Nicht zuletzt stellte sich die Rechnungsprüfungskommission (RPK) gegen die Initiative, die vom  Gemeinderat unterstützt wird. RPK-Präsident Bruno Hug sagte, dass der Gemeidnerat bereits heute die Kompetenz habe, Ausgaben im Bereich Biodiversität zu machen. Dieser könne einmalig 100‘000 Franken oder einen Betrag von jährlich wiederkehrenden 40‘000 Franken sprechen.

«Ich sehe schon die Spezialisten aus der Stadt, die mit gefährdeten Vögel und Fischen und sonstigen Arten daherkommen.»

Stimmbürger von Greifensee

Für Hug ist der Rahmenkredit von 210‘000 Franken für Artenschutzprojekte für die Jahre 2021 bis 2023 zu viel des Guten. Die jährlichen Ausgaben von 70‘000 Franken würden die Gemeindekasse zusätzlichen belasten.

Artenvielfalt anno dazumal

Auch einige Stimmberechtigte sprachen sich gegen die Initative aus. So sagte ein Greifenseer, dass er mit Jahrgang 1936 wisse, was Biodiversität sei. «Ich habe die Vielzahl der Vögel- und Blumenarten noch erleben dürfen.» Heute sei es anders und deshalb «müsse etwas passieren». In der Zeit als Diethelm Zimmermann Gemeindepräsident (1966-1974) war, habe man die Artenvielfalt mit ganz viel Freiwilligenarbeit gefördert. Bei dieser Vorlage müssten erst Konzepte earbeitet werden. «Ich sehe schon die Spezialisten aus der Stadt, die mit gefährdeten Vögel und Fischen und sonstigen Arten daherkommen. Ich will aber erst wissen, was mit dem Geld passiert», sagte der Senior.

Grüne machen mit «Bienen-Initiative» einen ersten Stich

03.12.2019

Gemeindeversammlung Mönchaltorf

An der Gemeindeversammlung in Mönchaltorf zeigten sich die Stimmberechtigten ökologisch und spend Beitrag in Merkliste speichern Ein anderer monierte, dass mit schon umgesetzten Biodiversitätsprojekten der Gemeinde Erholungsraum verloren gehe. «Ich habe keine Ahnung, wozu der Unkrautplatz auf der Garnhänki-Wiese dient.» Und für den immer breiter werdenden Schilfgürtel in der Badi fühle sich keiner bemüssigt, diesen zurückzuschneiden, um den Seezugang für Badegäste zu verbessern. Er unterstütze die Initiative nur, wenn bei künftigen Projekten kein Erholungsraum verloren ginge.

Feldlerche verschwindet

Initiantin Martina Alig verteidigte ihr Anliegen, in dem sie exemplarisch die Feldlerche für den Artenschwund hervorhob. Der Bodenbrüter sei angewiesen auf weiteräumige Flächen mit lückenhafter Vegetation. Von 2008 bis 2017 sei der Bestand des Vogels  um die Hälfte eingebrochen, sagte Alig. «Im fein abgestimmten System unseres Lebensraums hat das Verschwinden einer einzigen Art durchaus Auswirkungen auf die Natur.»

«Wir sehen in der Landwirtschaft ein grosses Handlungsfeld.»

Thomas Honegger (Grüne), Gemeinderat Greifensee

Wie dem Rückgang der Artenvielfalt in Greifensee begegnet werden soll, müsse gemäss der Initiative der Gemeinderat entscheiden. «Uns war es wichtig, dass Massnahmen erarbeitet werden, die für die Gemeinde passen.  Damit das Geld möglichst effizient eingesetzt werden kann», sagte  Alig.

Für Gemeinderat Thomas Honegger (Grüne)  zeichnet sich schon ab, wo dieses Geld eingesetzt wird: «Wir sehen in der Landwirtschaft ein grosses Handlungsfeld.»  Dort könnten etwa Hochstammobstäume oder Hecken die Artenvielfalt bereichern.

Auch SVP für grünes Anliegen

Die Initiative wurde von allen Ortsparteien unterstützt. So sagte etwa Daniel von Brüning, Präsident der SVP Greifensee, dass man nach den gesprochenen Geldern für Strassensanierungen, der Sanierung des Lehrschwimmbeckens oder des Landenberghauses getrost die 210‘000 Franken für die Biodiversität ausgeben könne.

Das sah auch eine Mehrheit der 71 Stimmberechtigten so, und beschloss mit grossem Mehr die Annahme der Einzelinitiative.

 

Weiter Beschlüsse an der Gemeindeversammlung

Das Budget 2021 der Politischen Gemeinde Greifensee mit einem Minus von rund 1,1 Millionen Franken  wurde ohne Gegenstimme genehmigt. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 80 Prozent. Ebenfalls angenommen wurde die Bauabrechnung für die Sanierung der Strasse Im Baumgarten in der Höhe von rund 509‘000 Franken. Die Rechnung fiel um 145‘481 Franken tiefer aus als budgetiert.

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