Bio-Äpfel oder Tiefkühlpizza – oder beides?
Jetzt will es die Genossenschaft Quartierladen Pfaffhausen wissen. Und zwar, was die Bevölkerung von den Plänen für einen Treffpunkt mit Laden und Café im Ort hält. In einem ersten Schritt hat sie einen Fragebogen an sämtliche Haushalte in Pfaffhausen verteilt.
Nun sollen auch die Fällander, Bengler und Binzer ihre Meinung zum Vorhaben kundtun. Diese können online an der Umfrage teilnehmen. «Wir sind interessiert daran, möglichst viele Rückmeldungen zu erhalten, schliesslich wird es auch der Laden der Bevölkerung sein», sagt Elisabeth Ziegler, die Präsidentin der Genossenschaft, die die Lokalität mieten und betreiben will.
Von den Gegnern belächelt
Dabei geht es erst einmal um die Frage, ob die Bevölkerung überhaupt an einem Quartierladen mit Café interessiert ist und welche Öffnungszeiten erwünscht wären. Und natürlich, ob die ökologisch-biologische Ausrichtung unterstützt wird.
«Wir wollen aus unserem Konzept keine Religion machen. Wenn die Leute solche Produkte wünschen, werden wir das nicht ignorieren.»
Elisabeth Ziegler, Präsidentin Genossenschaft Quartierladen Pfaffhausen
Denn gemäss den Plänen des Gemeinderats und der Genossenschaft ist ein Unverpackt-Konzept vorgesehen, es sollen also Konsumgüter ohne Verpackung angeboten werden. Während das Konzept von Gegnern auch schon mal belächelt wird, bietet für Ziegler eben genau dieser familiäre Öko-Aspekt das Alleinstellungsmerkmal, das ein solches Geschäft in der Peripherie brauche.
Auch Früchte aus dem eigenen Garten?
Ob die Bevölkerung das auch denkt, wird sich zeigen, wenn es ins Detail geht. So können die Umfrageteilnehmer angeben, wie wichtig ihnen etwa saisonale und regionale Produkte sind und ob sie selber bereit wären, Früchte oder Gemüse aus dem eigenen Garten beizusteuern. Aber auch, ob sie im Laden Tiefkühlpizzas sowie Reinigungs- und Hygieneartikel kaufen möchten.
Doch wäre Letzteres kein Bruch mit der Unverpackt-Idee? «Wir wollen aus unserem Konzept keine Religion machen», sagt Ziegler, «wenn die Leute solche Produkte wünschen, werden wir das nicht ignorieren.» Allerdings glaubt sie nicht, dass die Genossenschaft die Grundidee des Ladencafés wird kippen müssen. «Die Fällander haben im Sommer nicht nur für die Sanierung und den Umbau gestimmt, sondern auch für das Konzept, das ursprünglich vom Gemeinderat erstellt wurde.»
«Wir hoffen natürlich, dass der Bezirksrat bald Klarheit schafft.»
Elisabeth Ziegler
Damit spricht Ziegler die Gemeindeversammlung im Juli an, an der die Anwesenden den Kredit von 490‘000 Franken für den Umbau und die Sanierung des Ladenlokals erst genehmigten, die Gegner später jedoch mit einem Kniff dafür sorgten, dass das Geschäft an die Urne kommt. Wie es in der Sache weitergeht, ist noch nicht klar. Denn im Nachgang zur Versammlung gingen mehrere Rekurse beim Bezirksrat ein.
Sanierung ohnehin nötig
Doch ist es angesichts dieser unsicheren Situation nicht zu früh, einfach mit der Planung weiterzumachen? «Dass kein rechtsgültiger Entscheid vorliegt, ist nicht schön», sagt Ziegler, «und wir hoffen natürlich, dass der Bezirksrat bald Klarheit schafft.» So oder so benötige man neben den rechtlichen Grundlagen einen soliden Businessplan. «Daran arbeiten wir intensiv, und dafür braucht es die Umfrage.»
Letztlich müssten die vernachlässigten Räumlichkeiten ohnehin saniert werden, so Ziegler. «Und dafür ist der grösste Teil der halben Million bestimmt.» Wie darüber hinaus der Ladenumbau finanziert werden könne, werde sich nach dem Entscheid des Bezirksrats zeigen.
Kommt der Kredit an die Urne, kann die Umfrage bei einem positiven Ergebnis von den Befürwortern als starkes Argument im Abstimmungskampf eingesetzt werden. Wie garantiert die Genossenschaft, dass die Auswertung der Antworten korrekt verläuft? Elisabeth Ziegler sieht da kein Problem: «Die meisten werden online teilnehmen, und da bekommen wir vom Anbieter des Umfragetools eine fertige Auswertung, die sich nicht manipulieren lässt.»
Hier sind die Umfragen zu finden: Konzept und Öffnungszeiten https://findmind.ch/c/nQRgk7FcKk, Namensgebung https://findmind.ch/c/79uUCcShiG
Wie soll das Ladencafé heissen?
In einer zweiten Umfrage will die Genossenschaft Quartierladen Pfaffhausen von der Bevölkerung wissen, wie der neue Treffpunkt heissen soll. Dazu gibt es erst einmal eine Liste mit Begriffen und dazu die Frage, welche Assoziationen diese wecken. Darüber hinaus werden diverse konkrete Vorschläge vorgelegt, die die Umfrageteilnehmer bewerten können. Darunter sind Tiernamen, aber auch Namen mit Bezug zu Pfaffhausen oder Wortspielereien. Zuletzt kann auch ein eigener Vorschlag eingegeben werden. (tba)
