Rekurs bremst Mehrzweckgebäude aus
Das Mehrzweckgebäude neben dem Kulturzentrum Obere Mühle war während der gesamten Planungszeit und im Vorfeld der Abstimmung massivem Gegenwind ausgesetzt gewesen. Das Projekt mit einem Saal für 300 Personen sowie Probe- und Lagerräumen entspreche in Dübendorf gar keinem Bedürfnis, monierten die Gegner. Das Erschliessungskonzept sei schlecht, die Parkplatzsituation mangelhaft. Zudem seien die Folgekosten viel zu hoch. Das Abstimmungsresultat im Februar fiel mit 52,5 Prozent Ja-Stimmen dann auch entsprechend knapp aus.
Doch mit den Bauarbeiten geht es noch nicht los, denn das 8,5-Millionen-Projekt wird von einem Rekurs blockiert. Weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt, kann Stadtplaner Reto Lorenzi nicht ins Detail gehen, wie er auf Anfrage sagt. «Grob gesagt richtet sich der Rekurs gegen die Planungsgrundlagen, nicht aber explizit gegen die Baubewilligung.»
Mindestens ein halbes Jahr Verzögerung
Dabei hatte der Kanton den öffentlichen Gestaltungsplan und die angepasste kommunale Nutzungsplanung bereits im März genehmigt; innert Frist war damals kein Rekurs eingegangen. Weil man laut Lorenzi die Planungsinstrumente aber nicht komplett von der Baubewilligung trennen könne, müsse das Gericht nun den Rekurs behandeln.
Eigentlich war geplant gewesen, mit dem Bau noch dieses Jahr beginnen zu können. Die Eröffnung wäre dann Mitte 2022 möglich gewesen. Wie lange sich die Realisierung nun verzögern wird, hängt gemäss Lorenzi von mehreren Faktoren ab. Er gehe aber davon aus, dass der Baubeginn mindestens um ein halbes Jahr verschoben werden müsse – «wenn es denn bei der ersten Instanz bleibt und wir Recht bekommen».
Mehrzweckgebäude erhält einen neuen Namen
Das Mehrzweckgebäude neben dem Kulturzentrum Obere Mühle bekommt einen neuen Namen, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung. Mit der ursprünglichen Bezeichnung habe man in der Planungsphase des Projektes betonen wollen, dass der geplante Neubau gleichermassen für Kultur wie auch für die Dübendorfer Vereine gedacht sei. «Es handelte sich dabei aber klar stets um einen Arbeitstitel», wird André Ingold (SVP), der Stadtpräsident von Dübendorf, zitiert.
«Mehrzweckgebäude» sei ein sperriges Wort und meine insbesondere in ländlichen Gemeinden häufig eine Sporthalle, heisst es in der Mitteilung weiter. Darum sei klar gewesen, dass «der elegante Neubau dereinst einen passenderen Namen erhalten sollte».
Historisch geprägter Name
Und jetzt wirds spannend. Das Mehrzweckgebäude heisst neu: «Speicher». Der Name sei historisch geprägt und hebe bewusst hervor, dass die Obere Mühle einst eine wirklich Mühle war; am Standort des geplanten Neubaus stand früher laut Mitteilung eine Scheune, in der Korn und Material gelagert wurden.
«Speicher» sei der Favorit aus 33 Vorschlägen gewesen, welche die Baukommission in einem Namensfindungsprozess geprüft habe. Das letzte Wort hatte schliesslich der Stadtrat. «Der Name ist kurz, er klingt schön und honoriert die Geschichte des Ortes», sagt Ingold. «Das darf in einer historischen Kernzone auch so sein.»
