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Nun beginnt die Spendersuche für die «Heimat»

Die Machbarkeitsstudie hats gezeigt: Die «Heimat» kann elektrifiziert werden. Die Frage ist nun, ob das auch finanzierbar ist.

Wie die Lampen am Steg soll bald auch die «Heimat» betrieben werden: elektrisch.

Germaine Müller

Nun beginnt die Spendersuche für die «Heimat»

Anfang Jahr hat sich die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee (SGG) Grosses vorgenommen: Die kleine «Heimat» soll künftig mit einem hochmodernen Antrieb über den See gleiten. Statt eines Dieselantriebes, wie ihn das Schiff seit 87 Jahren im Bauch trägt, soll es ab 2022 elektrisch angetrieben werden. Damit könnten jährlich rund zehn Tonnen CO2 eingespart werden.

Drei Systeme denkbar

Allen Fuchs, Verwaltungsratspräsident der SGG, kann nun nach den im Sommer durchgeführten Versuchen frohlocken: «Rein technisch gesehen ist eine Elektrifizierung möglich.» Die Machbarkeitsstudie hat denn auch ergeben, dass drei Systeme möglich werden. «An die technische Machbarkeit habe ich schon früher geglaubt. Die grössere Hürde ist nun die finanzielle Machbarkeit», meint Fuchs.

Die Schleppversuche und Messungen haben gezeigt, dass das zehn Tonnen schwere Kursschiff für ein Pendeln zwischen Maur und Niederuster, also rund 900 Meter Weg, drei Kilowattstunden verbraucht. «Das ist etwa gleichviel, wie zehn 100-Watt-Birnen in drei Stunden benötigen, oder kommt etwa dem Betrieb eines kleinen Heizlüfters während drei Stunden gleich.» Dabei hätte das Schiff eine Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern. Das ist gleich schnell, wie es heute schon unterwegs ist. für die umfassende Restaurierung der «Heimat».  

Mit voller Kraft am Seil

15.06.2020

Stresstest auf dem Greifensee für die «Heimat»

Wie viel Kraft steckt in der «Heimat»? Beitrag in Merkliste speichern Je nach Variante wird ein anderer Ladevorgang gewählt. Wird eine grosse Batterie mit bis zu 140 Kilowattstunden im Rumpf platziert, kann den ganzen Tag über mit einer Ladung gefahren werden. Werden kleinere Batterien gewählt mit 100 oder gar nur 66 Kilowattstunden, würde nach jeder Fahrt die Batterie  wieder geladen, also anlegen, Stecker für 30 Minuten rein und dann für die nächste Fahrt das Schiff wieder vom Stromnetz nehmen. Damit würde die Batterie auch viel weniger beansprucht.

Gewichtige Batterien

Ob grosse oder kleine Batterien ist aber nicht nur eine Frage der Beanspruchung, sondern auch eine des Gewichts oder besser der Gewichtsverteilung. Das kleinere Batteriesystem wäre mit 1,2 Tonnen etwa so schwer wie der heutige Dieselmotor mit Tank. Wird dagegen eine leistungskräftigere Batterie eingesetzt, kommt eine weitere halbe Tonne hinzu.

Und dann ist da noch der Preis. Die günstigste Lösung mit den kleinsten Batterien dürfte etwa 460‘000 Franken kosten, die teuerste liegt dagegen bei 650‘000 Franken. Und bei jeder Lösung gibt es laut Fuchs möglicherweise grosse qualitative Unterschiede hinsichtlich Verlässlichkeit und Lebensdauer.

«Der Verwaltungsrat hat an seiner letzten Sitzung von der Komplexität der Fragestellung sowie der Kosten Kenntnis genommen – und beschlossen, dass wir das Projekt weiterverfolgen», hält der Verwaltungsratspräsident fest.

Inbetriebnahme im 2022 geplant

«Wir müssen nun aber Sponsoren finden für die Umrüstung. Aus eigenen Mitteln ist sie nicht finanzierbar», kommt Fuchs auf die grössere Hürde zu sprechen. «Unser Ziel ist es, bis in zwei Jahren das erste Elektroschiff in der Deutschschweiz zu haben, das im Linienbetrieb eingesetzt wird . das wäre doch ein Leuchtturmprojekt für die öffentliche Schifffahrt.»

Als nächstes werden nun die Unterlagen zusammengestellt, um auf potenzielle Geldgeber zugehen zu können. Fuchs denkt da an Adressen auf Bundes- und Kantonsstufe, die er angehen will, aber auch an private Sponsoren oder Firmen. Sicher wollen sie auch versuchen, den kantonalen Lotteriefonds wieder anzuzapfen. 2017 gabs bereits einmal 430‘000 Franken

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