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Warten an der Bahnschranke – und auf eine Barrierenlösung

Nach dem Ende des kantonalen Strassenprojektes «Uster West» arbeitet der Stadtrat an einem Konzept für barreiereunabhängige Bahnquerungen. Eine Variante ist schon mal vom Tisch.

Der Stadtrat will bis Ende Jahr ein Konzept erarbeiten, um Usters Verkehrsproblem zu lösen.

Christian Merz

Warten an der Bahnschranke – und auf eine Barrierenlösung

Nachdem im Sommer die Planung der Strasse «Uster West» durch den Kanton Zürich gestoppt wurde, hat der Stadtrat beschlossen, alternative Lösungen für eine bessere Verkehrsanbindung für Uster zu suchen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Nun soll bis Ende 2020 dazu ein Konzept erarbeitet werden. Dabei geht es insbesondere darum, wie die Bahnlinien künftig zu queren sind. «Die zahlreichen Bahnquerungen à Niveau stellen in Uster das Hauptärgernis der städtischen Mobilität dar», schreibt der Stadtrat.

Die langen Barriereschliesszeiten blockieren Fussgänger, Velos und den motorisierten Verkehr gleichermassen, heisst es weiter. «Die Wartezeiten werden mit dem Ausbau der S-Bahn und der Realisierung der Doppelspur ins Aatal weiter zunehmen, teilweise auf bis zu 45 Minuten.»

«Ein Bahntunnel läge mit Kosten in Milliardenhöhe finanziell und auch rechtlich ausserhalb des Möglichen für die Stadt Uster.»

Patrick Neuhaus, Stadtplaner Uster

In Uster gibt es laut Stadtrat 20 Möglichkeiten, die Bahnlinie zu passieren. Einige seien für alle Verkehrsmittel wie an der Winterthurerstrasse, andere aber nur für Fussgängerinnen und Fussgänger wie beispielsweise die Unterführung Mitte beim Bahnhof. Welche Varianten auf dem Tisch liegen, darüber gibt der Stadtrat noch keine Auskunft.

Unterführungen müssen sein

Stadtplaner Patrick Neuhaus lässt sich in der Mitteilung folgendermassen zitieren: «Damit ein Verkehrsnetz für alle Verkehrsteilnehmenden funktioniert und der Verkehr unabhängig von der S-Bahn fliessen kann, müssen wir einige Bahnquerungen als Unterführung ausbauen.» Welche Querungen dies betreffe, gelte es sorgfältig zu analysieren und, wo notwendig, müsse man flankierende Massnahmen bestimmen. «So wollen wir negative Folgen für das Stadtzentrum vermeiden, das ja bereits heute unter zu viel Verkehr leidet», sagt Neuhaus. Wichtiger als das Fokussieren auf eine einzelne Massnahme sei eine umfassende Betrachtung.

Uster West ist tot – das Verkehrschaos wütet weiter

01.07.2020

Aus für Ustermer Umfahrungsstrasse

Die umstrittene Umfahrungsstrasse Uster West ist definitiv vom Tisch. Beitrag in Merkliste speichern Auch vonseiten der Gemeinderäte, die die Lösungsansätze des Konzepts zusammen mit dem Stadtrat erarbeiten, gibt es wenig Erbauliches. «Zum laufenden Prozess wird keine Auskunft gegeben», sagt Rolf Denzler, SVP Gemeinderat und Präsident der Kommission für Planung und Bau (KPB).

Tunnels keine Option

Klar ist hingegen: Eine Tunnellösung wird es nicht geben. In diesem Punkt seien sich die Politiker einig, schreibt der Stadtrat. Immer wieder wurde in der Öffentlichkeit diskutiert, ob die Verkehrsprobleme nicht mit einem S-Bahn-Tunnel oder einem Strassentunnel gelöst werden könnten. Für Stadtplaner Neuhaus sind diese Lösungen nicht realistisch: «Ein Bahntunnel läge mit Kosten in Milliardenhöhe finanziell und auch rechtlich ausserhalb des Möglichen für die Stadt Uster. Und ein Strassentunnel würde kein innerstädtisches Verkehrsproblem lösen.» Stattdessen wolle man sich von Anfang an auf «finanzierbare und mehrheitsfähige» Lösungen fokussieren.

Der Stadtrat wird Ende Jahr über das Konzept befinden, dieses im Anschluss dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme unterbreiten und im kommenden Jahr die Verhandlungen mit Kanton und SBB aufnehmen.

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