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Die Brache bleibt eine Brache

Schlechte Qualität, eine Gefahr für das Glattufer, kein Mehrwert für die Bevölkerung: Der Gemeinderat schickte am Montag den Gestaltungsplan für eine Überbauung an der Neugutstrasse bachab.

5500 Quadratmeter gross ist die Brache. , So sehen die Planer das Richtprojekt für eine Überbauung der zwei Parzellen an der Neugutstrasse., Nach dem Abriss des früheren Gebäudes holt sich die Natur ihren Platz zurück., Blick auf das «Biotop»., Die noch bestehenden Gebäude sehen die Kritiker als Gefahr für die Entwicklung des Vorhabens.

Thomas Bacher

Die Brache bleibt eine Brache

Seit Jahren schon ist das gut 5500 Quadratmeter grosse Grundstück neben dem Feuerwehrgebäude eine Brache. Und wird das wohl auch noch ein Weilchen bleiben. Denn der Dübendorfer Gemeinderat lehnte am Montag den Privaten Gestaltungsplan «Neugut» und die dazugehörige Revision der Nutzungsplanung mit 20 zu 16 Stimmen ab.

Mit den Papieren hätte der Grundstein für das Bauprojekt auf diesem und dem benachbarten Grundstück gelegt werden sollen. Geplant sind zwei 25 Meter hohe Gebäuderiegel, die parallel zwischen Neugutstrasse und der Glatt verlaufen sollen.

Kritik an der Qualität

Die Ablehnung beantragt hatte eine Mehrheit der Kommission für Raumplanungs- und Landgeschäfte (KRL). Präsident Theo Zobrist (SP) hielt sich dann auch nicht zurück mit Kritik am Vorhaben. Ihn störte etwa, dass eine etappierte Umsetzung des Projekts möglich wäre. Dies, weil beide Parzellen unterschiedliche Eigentümer hätten und auf dem einen, bebauten Grundstück noch längerfristige Mietverhältnisse bestünden. Zobrist: «Es ist also möglich, dass nur die halbe Überbauung realisiert wird.»

«Das entspricht schlicht nicht dem, was wir uns an dieser Lage vorstellen.»

Valeria Rampone (GLP/GEU), Gemeinderätin

Zobrist ärgerte sich auch über die Änderung der Gewässerabstandslinie, die den Schutz des Glattufers schwäche. Und er monierte, die geplante Umzonung bedrohe die Planungssicherheit, treibe die Bodenpreise in die Höhe und verdopple die Raummiete.

Ivo Hasler (SP) hielt fest, dass die vorgesehene Erhöhung der Ausnützungsziffer nur gerechtfertigt sei, wenn ein Projekt entstehe, das einen echten Mehrwert für das Quartier und die Dübendorfer Bevölkerung generiere. Und das sei in Bezug auf die Qualität des Bauvorhabens nicht der Fall. Auch Valeria Rampone (GLP/GEU) kritisierte die geplante Ausführung mit den zwei Baukörpern, die das Quartier vom Glattraum abschirmten. «Das entspricht schlicht nicht dem, was wir uns an dieser Lage vorstellen.»

Keine Schönheit, aber…

Orlando Wyss (SVP) widersprach den Kritikern. Die Lage der Gebäude biete einerseits einen Lärmschutz zur Strasse hin, und auch die Durchlässigkeit zur Glatt sei gegeben. Bezüglich der Qualität wies er darauf hin, dass das benachbarte Feuerwehrgebäude «auch nicht unbedingt ein städtebaulich herausragender Bau» sei.

«Aber die Realität ist nicht immer perfekt, eine Stadt entwickelt sich.»

Dominic Müller (CVP), Hochbauvorsteher

Weiter sah er keine Gefahr für den Schutz des Glattufers. Und für eine Auswirkung auf die Bodenpreise sei das Grundstück viel zu klein und unbedeutend. Wyss warnte davor, dass sich die Stadt für Bauherren und Investoren nicht eben als verlässlicher Partner präsentiere, wenn das Projekt unter anderem wegen der zumeist subjektiven Argumente des KRL-Präsidenten gestoppt würde.

Zurück auf Feld eins

Für Hochbauvorstand Dominic Müller (CVP) ist das Projekt eine «wertvolle Chance» am richtigen Ort mit einem engagierten Investor, wie er am Montag sagte. «Damit kann ein weiteres Stück qualitätsvolles Dübendorf entstehen.» Die mögliche Etappierung sei ein kritischer Punkt, räumte Müller ein. «Aber die Realität ist nicht immer perfekt, eine Stadt entwickelt sich.» Auch ein Zustand des Übergangs könne Qualität bringen. Letztlich verhindere das aufeinander abgestimmte Projekt ein Flickwerk, zeigte sich Müller überzeugt.

Es sei eine Zeiterscheinung, so Müller weiter, dass Richtprojekte in Gestaltungsplänen zunehmend wie bewilligungsfähige Bauprojekte daherkämen. Effektiv werde es beim vorliegenden Projekt im Zuge der Umsetzung eine Qualitätssicherung geben müssen, nahm er die Bedenken aus dem Rat auf – wenn zuletzt auch vergeblich.

Nach dem Nein des Parlaments haben die Planer nun die Gelegenheit, die kritisierten Punkte nochmals zu überarbeiten.

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