Frau Favre, mit ihrer Firma «Die Freizeitmacher» wollen Sie und Ihre zwei Kolleginnen den Leuten bei der personalifizierten Freizeitgestaltung helfen. Brauchen wir in unserem durchgetakteten Leben nun also auch noch jemanden, der unsere Freizeit managt?
Madeleine Favre: Wieso engagiert man eine Putzfrau, lässt sich Waren nach Hause liefern oder geht in ein Reisebüro, um sich eine Reise zusammenstellen zu lassen? Wir bieten eine Dienstleistung im Lifestyle-Segment an. Unsere Kunden können eine Aufgabe an uns delegieren, für die sie selber keine Zeit oder keine Lust haben. Dies kann Entlastung bedeuten.
Das heisst Sie planen und organisieren für die Leute Ausflüge, Theaterbesuche oder reservieren auch mal einen Tisch in einem Restaurant?
Ja, solche organisatorischen Aufgaben übernehmen wir. Unser Kerngeschäft ist aber die personalisierte Freizeitgestaltung. Diese basiert auf einer persönlichen Analyse. Wir setzen uns mit dem Kunden zusammen und schauen, welcher Freizeittyp er ist.
«Zu beobachten ist , dass gerade bei jüngeren Leuten ein gewisser Druck besteht, seine Freizeit zu designen.»
Es gibt Freizeittypen?
Ja, wir haben acht Grundtypen entwickelt. In der Analyse ermitteln wir ein sogenanntes Freizeittypen-Profil, in dem genau ersichtlich ist, welche Freizeitaktivitäten den eigenen Bedürfnissen entsprechen.
Aber man weiss doch, was man in seiner Freizeit gerne macht.
Die Freizeittypenanalyse lehnt sich an die Persönlichkeitsanalyse an, fokussiert aber nicht darauf, was besser werden soll, sondern stellt die Frage, was einem gut tut und zufrieden macht. Ganz im Sinne der Work-Life-Balance. Nehmen wir dann noch zum Beispiel den Fall, dass ein Kollege mich immer wieder zum Gleitschirmfliegen einlädt, ich aber lieber im Garten arbeiten möchte, gleichzeitig aber das Gefühl habe, ich müsste doch aktiv sein und die Einladung annehmen. Auch hier könnte eine Freizeittypen-Analyse Entspannung bieten: Ich kann dem Kollegen gut begründet absagen und formulieren, weshalb mir die Gartenarbeit besser liegt.

