Stadträtin Karin Fehr (Grüne) stellte in ihrer Ansprache am Mittwochnachmittag den Buchautor und Philosophen Ludwig Hasler als Mann «mit eigenwilligen Überlegungen und teils provokanten Thesen» vor. Einige der 95 Zuhörer im Stadthofsaal in Uster und die 20, die die Veranstaltung als Livestream am Bildschirm verfolgten, dürften gespannt gewesen sein, was damit gemeint istwar.
Ludwig Hasler sagte, dass in der heutigen Coronazeit die Senioren die sogenannte «vulnerable Fraktion» darstellten. «Verwundbar und damit nahe am Grab sind wir sonst schon. Mit ein bisschen Pech, sind wir heute aber noch näher am Grab», sagte der 76-Jährige.
Halte man sich jedoch das Panorama der Generationen vor Auge, seien die Älteren aber die Privilegierten. Denn die mittlere Generation, also die Erwerbstätigen, müssten die Wirtschaft nun wieder in Schwung bringen. Und die Jungen hätten die grössten Hypotheken aller Generationen, da diese kaum eine Stelle fänden. «Es sind massenhaft Lehrstellen versenkt worden.»
Gesund und keine Gicht
Dementsprechend unbefangen und zufrieden könnten die Älteren in der heutigen Lebenssituation sein und daraus etwas Produktives für die Gesellschaft machen. «Ich finde es nicht toll, wenn 65-Jährige sagen, dass sie ab jetzt Passivmitglieder der Gesellschaft sind.»

