Die Stadt Zürich nimmt derzeit 26 Statuen genauer unter die Lupe. Sie will wissen, ob problematische Figuren auf den Sockeln stehen und allenfalls heruntergeholt werden sollen. Auslöser war die Alfred-Escher-Statue vor dem Hauptbahnhof.
Wegen der Verstrickungen der Familie Escher in die Sklaverei wurden in der Zürcher Stadtpolitik auch schon Stimmen laut, die das Denkmal vom Bahnhofsplatz verbannt und ins Museum verschoben haben wollen. Andere fordern, dass man zumindest mit einer Tafel auf problematische Aspekte und Hintergrundinformationen zum historischen Kontext hinweisen müsste.
«Zum Dienen geboren»
Im Zürcher Oberland fand eine solche kritische, gesellschaftliche Debatte zur kolonialen Vergangenheit bisher kaum statt. Dabei gibt es mit Adolf Guyer-Zeller einen bekannten Industriellen, der ganz direkt von der Sklaverei profitierte.
Der Baumwollfabrikant war anfänglich ein klarer Verfechter der Sklaverei. Seine Haltung legte er in seinen Tagebüchern dar, in denen er von seiner Reise durch die Südstaaten der Vereinigten Staaten berichtete.

