So hat die Region abgestimmt
Was haben die Begrenzungsinitiative und der Vaterschaftsurlaub miteinander zu tun? Mindestens fürs Oberland lässt sich sagen, dass in jenen Gemeinden, in denen die SVP-Initiative eine Mehrheit gefunden hat, umgekehrt dem Vaterschaftsurlaub eine Absage erteilt worden ist.
Vor allem in Fischenthal, Bauma und Wila – etwas weiter gefasst: im Tösstal – lässt sich das ablesen. In diesen Gemeinden verfügt die SVP über eine treue Wählerschaft. Und diese ist offensichtlich den Parolen ihrer Partei gefolgt.
Über das Tösstal hinaus hat die Begrenzungsinitiative aber in keiner weiteren Gemeinde Anklang gefunden. Eine relative hohe Zustimmung mit rund 48,5 Prozent fand sie noch in Hinwil. In dieser Gemeinde wurde umgekehrt der Vaterschaftsurlaub knapp abgelehnt.
Bei dieser Vorlage zeigt sich aber, dass die Gegnerschaft über das Tösstal hinaus in der Region noch etwas grösser ist. So erteilten auch Grüningen und Gossau dem Ansinnen eine Abfuhr. In der linken Hochburg im Oberland, der Stadt Uster, stimmten fast zwei Drittel für den Vaterschaftsurlaub. Damit liegt die Zustimmung deutlich über dem nationalen Schnitt.
Wenig Sympathie fürs Jagdgesetz
Interessant ist das Resultat zum Jagdgesetz, bei der die Diskussion sich vor allem um die Gefahr drehte, die vom Wolf ausgeht. Nur gerade in den beiden Landgemeinden Fischenthal und Wildberg gab es ein Ja – und das auch nur knapp. Fast wäre auch noch Turbenthal zum Ja-Lager gestossen.
Dass die Vorlage im Tösstal, dem potenziellen Wolf-Land, mehrheitlich dennoch abgelehnt worden ist, erstaunt. In den Gemeinden am Pfäffiker- und dem Greifensee – dem Biber-Land – fiel das neue Gesetz am deutlichsten durch.
Jetfreundliches Oberland
Keine Chance hatte in der ganzen Region unisono die Vorlage zum Kinderbetreuungsgeld. Am ehesten noch Sympathien fand sie in der «reichen» Gemeinde Maur, wo knapp 40 Prozent der Abstimmenden ein Ja einlegten.
Praktisch geschlossen stimmen die Oberländer Gemeinden auch der Kampfjetbeschaffung zu – und viel deutlicher als im kantonalen und eidgenössischen Schnitt. Mit fast 67 Prozent am höchsten fiel die Zustimmung in Wildberg aus. Auch im benachbarten Weisslingen, dem Wohnort des ehemaligen Luftwaffenchefs Markus Gygax, fand die Beschaffungsvorlage viel Sympathie. Nur das «linke» Uster fiel hier als einzige ablehnende Oberländer Gemeinde aus dem Rahmen.
Wald klar für Kostenverlagerung
Beim Zusatzleistungsgesetz, der einen der beiden kantonalen Vorlagen, zeigt sich die Region einig: Der Kanton soll künftig stärker als Kostenträger walten und damit die Gemeinden entlasten. Nur gerade in Maur wurde die Vorlage abgelehnt. Zu einer Kostenverlagerung kommt es auch mit dem Strassengesetz, das kantonal mit gut 55 Prozent angenommen worden ist. Die Gemeindestrassen werden nun von den Autosteuern bezahlt statt aus dem allgemeinen Steuertopf.
Diese Entlastung der Gemeindekassen fand vor allem in jenen Orten eine hohe Zustimmung, die über ein grosses Gemeindestrassennetz verfügen. In Wald fiel die Zustimmung mit gut 64 Prozent besonders hoch aus. Generell fand sie im Tösstal Anklang. Erstaunlicherweise lehnten die Bäretswiler, die ebenfalls über ein weitverzweigtes Strassennetz verfügen, die Vorlage ab.
