Im November wird die Katholische Kirchgemeinde St. Benignus schon wieder neue Kirchenpfleger wählen müssen. Dies, nachdem im letzten Jahr Marianna Stauber, die erst ein halbes Jahr zuvor in ihr Amt gewählt wurde, ihren Rücktritt gab. Dieses Mal verlassen jedoch gleich drei Kirchenpflegemitglieder das Gremium: Gabrielle Falbriard, Claudia Staub per Ende Oktober und Kirchenpflegepräsident Josef Annen per Ende Dezember.
«Seit über einem Jahr hat sich der schwelende Konflikt im Dualen System zugespitzt und zunehmend auf alle Ressorts ausgewirkt», heisst es in der Mitteilung der Kirchenpflege. Der Beizug von externen Fachpersonen habe nicht die erhoffte Entspannung gebracht.
Das Duale System in der Katholischen Kirche
Im Kanton Zürich, wie in vielen Kantonen der Schweiz, kennt die Katholische Kirche parallel zur kirchlichen Organisation staatskirchenrechtliche Organe. Auf Ebene der Pfarrei ist es die Kirchgemeinde. Die Pfarrei ist für die Entfaltung des lokalen kirchlichen Lebens zuständig (Verkündung, Liturgie und Seelsorge), die Kirchgemeinde für die notwendigen materiellen Voraussetzungen (Finanzen, Administration und Infrastruktur).
«Die regelmässigen Treffen mit den externen Beratern haben sich über fast ein Jahr hingezogen», sagt Josef Annen. «Dies brachte auch eine gewisse Ermüdung mit sich.» Nach der Analysephase habe man im Sommer die Empfehlungen der Berater diskutiert. Dass gewisse Personen von ihren Ämter zurücktreten, war keiner der Vorschläge. «Aber wer die Empfehlungen als nicht zielführend eingeschätzt hat, dem blieb nicht mehr viel anderes übrig.»

