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Das sagen die Dübendorfer Parteien zur Entmachtung Hofers

Dübendorfer Linke und Grüne freuen sich über die Entmachtung von Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer (SVP) und die Freistellung des Leiters der Sozialabteilung. Die SVP hingegen zeigt sich schockiert und warnt vor einer «Säuberung» in der Abteilung.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie die Dübendorfer Politik die Vorwürfe gegen das Sozialamt durchleuchtet.

Christian Merz

Das sagen die Dübendorfer Parteien zur Entmachtung Hofers

Für die Dübendorfer SVP ist klar: Der «rückgratlose» und «harmoniesüchtige» Stadtrat ist vor den links-grünen Forderungen eingeknickt. Das schreibt Fraktionspräsident Orlando Wyss in einem Leserbrief als Reaktion darauf, dass Stadträtin Jacqueline Hofer (SVP) das Dossier Soziales entzogen wurde. «Schockiert» zeigt er sich über die Freistellung des Leiters der Sozialabteilung, der in 25 Jahren sehr gute Arbeit abgeliefert habe.

Dübendorfer Stadtrat entmachtet Sozialvorsteherin

18.09.2020

Eklat nach Vorwürfen

Nach den erneuten Vorwürfen gegen das Sozialamt Dübendorf greift der Stadtrat durch: Er entzieht Beitrag in Merkliste speichern Die Linken hätten mit ihren Druckversuchen Erfolg gehabt, nachdem sie zuvor schon die Leiterin des Sozialamts hinausgemobbt hätten, konstatiert Wyss. Er erwarte nun eine «Säuberung» der Sozialabteilung: «Jeder, der keine sozialistisch angehauchte Gesinnung hat, wird ausgewechselt werden, bis die rot-grüne Wohlfühlkuscheloase im Sozialamt eingerichtet ist.» Die Auswirkungen davon werde man spätestens in zwei, drei Jahren bei der Rechnungslegung «schmerzlich erfahren».

«Nicht imstande, Probleme zu lösen»

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums nehmen die Dübendorfer Sozialdemokraten «mit Befriedigung» davon Kenntnis, dass der Stadtrat endlich handle und den Forderungen von SP und Grünen im Bereich Soziales nachkomme. Seit zehn Jahren beanstande man die Zustände in dieser Abteilung mit dem Hinweis, dass dies nicht ohne personelle Konsequenzen möglich sei, schreibt die SP in einer Mitteilung.

«Wer solche Zustände jahrelang toleriert und fördert, ist als Stadträtin ungeeignet.»

Leandra Columberg (Juso), Kantonsrätin aus Dübendorf

Und weiter: «Jacqueline Hofer war weder willens, die Probleme in ihrer Abteilung anzuerkennen noch imstande, sie zu lösen.» Sie habe gar versucht, die Missstände zu verschleiern.

Genugtuung für die Grünen

Die Grünen reagieren mit «Erleichterung und Freude» auf den Entscheid. Gleichzeitig erinnert die Partei in ihrer Mittelung daran, dass «ihre» Gemeinderätin Flavia Sutter vor nicht langer Zeit vom Stadtrat scharf gerügt worden war für deren Kritik am nun freigestellten Abteilungsleiter. «Es ist nun offensichtlich, dass unsere Kritik berechtigt war», schreiben die Grünen auch als Reaktion auf den wiederholt von Rechts geäusserten Vorwurf, die Grünen betrieben SVP-Bashing.

In Bezug auf die vom Stadtrat angekündigte Untersuchung  der Vorwürfe gegen das Sozialamt halten die Grünen fest: «Wir hoffen, dass sich nun auch die SVP Dübendorf bei der Aufarbeitung der Vergangenheit auf einer sachlichen Ebene beteiligen kann.»

Juso will Rücktritt

Wenig versöhnlich tönt es seitens der Juso Zürcher Oberland. Dass der Stadtrat Sozialvorsteherin Hofer das Sozial-Dossier entzogen hat, reicht den Jungsozialisten nicht: Sie fordern – zum wiederholten Mal – den Rücktritt Hofers. Diese habe scheinbar kein Interesse daran, der Schikane auf dem Sozialamt ein Ende zu setzen.

«Wer solche Zustände jahrelang toleriert und fördert, ist als Stadträtin ungeeignet», wird die SP-Kantonsrätin Leandra Columberg in einer Mitteilung zitiert. Die Dübendorferin wirft dem Gesamtstadtrat vor, keine Verantwortung übernehmen zu wollen. Und sie fordert: «Es braucht nun konkrete Massnahmen, kein Besänftigen der Öffentlichkeit, um dann in ein paar Wochen gleich weiterzumachen.»

Der Stadtrat hat Anfang September entschieden, eine externe Untersuchung der Vorwürfe gegen das Sozialamt durchführen zu lassen. Der Plan ist, den Dübendorfer Gemeinderat mit einzubeziehen. In welcher Form das Ganze über die Bühne gehen wird, ist noch nicht klar.

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