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Stadtrat soll Ustermer Kleingärtner beim Düngen in die Pflicht nehmen

Zwei Grüne Gemeinderäte wollen, dass Private in Uster den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eingrenzen. Insbesondere bei den Schrebergartenvereinen sehen sie Potenzial.

Wie viel Pflanzenschutzmittel setzen Ustermer in ihren Gärten ein? , Auch die Schrebergärten stehen im Fokus der Interpellation der Grünen Gemeinderäte.

Christian Merz

Stadtrat soll Ustermer Kleingärtner beim Düngen in die Pflicht nehmen

Pflanzenschutzmittel wie Herbizide dürfen vielen Hobbygärtnern als einfaches Mittel bekannt sein, um lästiges Unkraut zu vernichten. Doch die Grünen Gemeinderäte Patricio Frei und Marco Ghelfi bezweifeln, dass diese Substanzen in privaten Gärten richtig eingesetzt werden. Deshalb haben sie beim Stadtrat eine Interpellation eingereicht.

Sie argumentieren, dass zwar viele Landwirtschaftsbetriebe inzwischen auf biologische Bewirtschaftung umgestellt hätten. Und dass in der  Landwirtschaft und im Gartenbau Pflanzenschutzmittel nur von Personen ausgebracht werden dürften, die im Besitz einer Fachbewilligung sind oder von einer Fachperson angeleitet werden. «Im Hobbybereich existieren hingegen keine entsprechenden Regeln», heisst es in der Interpellation. Dies trage zur abnehmenden Biodiversität, dem Insektensterben und der Verunreinigung des Trinkwassers bei.

Anleitung für Privathaushalte?

Dabei stützen sich die Gemeinderäte auf eine Studienreihe des Bundesamts für Umwelt (Bafu). In dieser werde das mangelnde Bewusstsein von Privaten im Umgang von Herbiziden aufgezeigt. Das Fazit der Parlamentarier: «Es ist also davon auszugehen, dass ein grosser Teil der geschätzten 100 bis 200 Tonnen Pflanzenschutzmittel in der Schweiz, die jährlich im Privatbereich verwendet werden, unsachgemäss eingesetzt werden.»

Als vorbildlich sehen die Grünen eine Liste für biologische Kleingärten der Stadt Zürich. Diese enthält genaue Angaben zu empfohlenen Düngern, Erden, Pflanzenschutzmitteln und Nützlingen, welche sich zur biologischen Bewirtschaftung von Kleingärten eignen. Nun wollen Patricio Frei und Marco Ghelfi vom Stadtrat wissen, ob den Ustermern eine vergleichbare Anleitung zugeschickt werden kann. «Denkbar wäre ein Versand in alle Haushalte. Allenfalls verbunden mit Infoveranstaltungen oder Kursen für Hobbygärtnerinnen», schreiben sie.  

Schrebergärten im Fokus

Einen möglichen Ansatz, den Einsatz der Gifte zu reduzieren, sehen die Interpellanten bei den Schrebergärten. Sie wollen vom Stadtrat wissen, wie die Nutzung der Schrebergärten-Areale Usters in Sachen Pflanzenschutzmittel durch die Familiengartenvereine geregelt ist. Und ob die Pachtverträge entsprechend angepasst werden könnten.

Die Antwort des Stadtrats steht noch aus. In einer ersten Stellungnahme heisst es: «Der Stadtrat teilt das grundsätzliche Begehren der Interpellanten, dass Pflanzenschutzmittel auch im Privatbereich und insbesondere in städtischen Familiengärten (Pünten) fachgerecht eingesetzt werden.» Der Gemeinderat behandelt die Interpellation an seiner Sitzung vom Montag, 18. Januar 2021.

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