In den Erläuterungen zur Jahresrechnung 2019 macht eine Bemerkung des Maurmer Gemeinderats zur Sozialhilfe stutzig. Darin heisst es: «Ein hoher Zuwachs ergab sich bei der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe (Sozialhilfe), wo insbesondere die Unterstützung von schweizerischen Staatsangehörigen stark anstieg.»
Wieso die Nationalität explizit genannt werde, erklärt Ralph Staub, Leiter Gesellschaft der Gemeinde Maur, auf Anfrage: «Da die Zunahme der wirtschaftlichen Hilfe mit rund 72 Prozent durch Schweizer Staatsangehörige verursacht wurde, wurde dies entsprechend vermerkt.»
Dahinter stecke keine politische Absicht, sagt Staub. Es handle sich um eine reine sachliche Erläuterung. «Wenn die Diskrepanz bei Ausländern ebenfalls derart auffällig wäre, wie in diesem Jahr bei den Schweizern, würde das wohl auch so vermerkt.»
Verschiedene Praktiken der Gemeinden
Tatsächlich tauchen Unterscheidungen zwischen Schweizern und Ausländern auch in Jahresrechnungen von anderen Gemeinden auf. So ausdrücklich wie Maur dokumentieren dies aber vergleichbare Gemeinden nicht. Mönchaltorf unterscheidet zwar in der Rechnung nach Hilfe an Schweizer und solcher an Ausländer, misst der Staatszugehörigkeit aber weniger Gewicht bei. Greifensee publiziert lediglich die nackten Zahlen. Uster verzichtet gar auf eine Kategorisierung zwischen Ausländern und Schweizern.

