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Ein Abend voller Geschichten mit Paul Steinmann

Am Freitagabend ist Autor Paul Steinmann zu Gast gewesen an einer Lesung in Rikon. Das Publikum gab ihm zum Schluss der Veranstaltung einen Auftrag für einen neue Geschichte.

Hielt in Rikon eine Lesung: Autor Paul Steinmann., Gut 60 Personen lauschten Steinmanns Geschichten.

Fotos: Bettina Schnider

Ein Abend voller Geschichten mit Paul Steinmann

Rund 60 Personen haben am Freitagabend den Weg in den Singsaal Hirsgarten in Rikon gefunden. Eingeladen zu einer Lesung von Autor Paul Steinmann hatte der Verein Abiszell Kultur. Der ehemalige Gemeindepräsident und Vorstandsmitglied von Abiszell Martin Lüdin moderierte den Anlass.

Für Paul Steinmann war die Lesung in Rikon ein eigentliches Heimspiel. Seit 20 Jahren wohnt der studierte Theologe aus dem Freiamt im Tösstal und lebt aktuell in Kollbrunn. Und so frage ihn Lüdin als erstes, wie er denn den «weiten» Weg nach Rikon gefunden habe. «Mit dem Auto», gab Steinmann zu. «Denn ich habe so viel schweres Papier dabei.»

Nicht kurz und knapp

In diesen Papieren fand sich auch eine neue Geschichte, die er an diesem Abend zum ersten Mal zum Besten gab. Für diejenigen, die Paul Steinmann vor allem von den kurzen und prägnanten Morgengeschichten auf Radio SRF kannten, war dies die erste Überraschung des Abends.

Die druckfrische Geschichte war nämlich einiges länger als eine typische Radiogeschichte. Statt 90 Sekunden dauerte sie rund zehn Minuten und trug den Titel «Sport». Darin erzählt der Autor, wie er es im Gymnasium trotz wenig Talent zu einer Bronzemedaille im 3000 Meter Lauf bei den kantonalen Meisterschaften geschafft hatte.

Aus dem Leben gegriffen

Dass diese Geschichte durchaus autobiographische Züge aufweist, bewies Steinmann im Anschluss. Er packte nämlich seine Medaille von diesem Wettkampf aus.

«Die Ideen sind immer aus dem Leben gegriffen, aber nicht immer aus meinem Leben.»

Paul Steinmann, Autor

Das nahm Moderator Lüdin zum Anlass, Steinmann nach der Inspiration für seine Geschichten zu fragen. «Die Ideen sind immer aus dem Leben gegriffen, aber nicht immer aus meinem Leben», erklärte Steinmann.

Vom Erzähler in seinen Geschichten hat der Autor ein klares Bild. «Das bin immer ich, auch wenn nicht ich als Erzähler auftrete.» Es seien immer seine Moralvorstellungen und sein Verständnis, die er auch durch andere Personen vermitteln könne.

Keine Opposition

Noch vor der Pause offerierte Steinmann dann zwei seiner bekannten Morgengeschichten. Beide handelten von der Corona-Krise und wurden erst im kürzlich im Mai auf Radio SRF ausgestrahlt. Noch bevor er mit Lesen begann, fragte Steinmann das Publikum, ob es denn überhaupt noch solche Geschichten ertrage. Opposition gab es jedoch keine.

Er nahm diese Geschichten gleichzeitig zum Anlass, um über seine Zeit während des Lockdowns zu berichten. «Ich hatte mir schon letztes Jahr vorgenommen, im März eine Pause zu machen. Doch dann hat der Bundesrat gefunden, wenn der Paul Ferien macht, dann machen alle Ferien.»

Chäschüechli und Hühnermist

Nach der Pause und drei weiteren Morgengeschichten fragte Moderator Lüdin Steinmann nach Besonderheiten in seinem Arbeitsprozess. «Ich schreibe Geschichten auf Auftrag und brauche immer dieses Ziel vor Augen», erklärte der Autor. Deshalb müsse er auch einen Termin haben, wann ein Text fertig sein solle. «Sonst habe ich ihn nicht.»

Damit Steinmann an seiner nächsten Lesung in Rikon eine neue Geschichte parat hat, machte er anschliessend für einmal das Publikum zum Auftraggeber. Er sammelte zwölf Begriffe, darunter Chäschüechli, Hühnermist, Tössufer und Jeansjacke. Diese sollen in einen Text verpackt werden, den Steinmann am 4. November in Schöntal-Atelier vorliest.

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