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Stadtrat lässt Vorwürfe gegen Sozialamt Dübendorf untersuchen

Nachdem diese Woche massive Missstände rund um das Dübendorfer Sozialamt bekannt wurden, will der Stadtrat die Fakten «lückenlos» aufklären.

Noch ist nicht klar, wer die Vorwürfe überprüfen soll.

Christian Merz

Stadtrat lässt Vorwürfe gegen Sozialamt Dübendorf untersuchen

Es sind krasse Missstände, die der «Tages-Anzeiger» Anfang Woche publik gemacht hat. Klienten seien auf dem Dübendorfer Sozialamt schlecht behandelt und unter Druck gesetzt worden. Mitarbeitende hätten Gespräche heimlich aufgezeichnet. Ebenso seien Sozialhilfebezüger überwacht und hinter ihrem Rücken beleidigt worden.

Ein Untersuchungsbericht listet weiter auf, es sei intern zu «Hetze in sozialen Medien gegen Minderheiten und Verbreitung von Gewaltvideos» gekommen. Die Arbeitsatmosphäre wird als «toxisch» beschrieben. 

Nun leitet die Stadt eine Untersuchung ein. In einer Mitteilung schreibt der Stadtrat von einer «umgehenden und lückenlosen Aufarbeitung aller Fakten durch eine unabhängige Stelle». Nur ein solches Vorgehen könne angesichts der Schwere der aufgeworfenen Anschuldigungen eine ausreichende Klärung bringen – und das Vertrauen in das Sozialamt wiederherstellen.

Der Gemeinderat ist am Zug

«Das Ziel ist jetzt, alle Vorwürfe, die im Raum stehen, auf den Tisch zu legen und zu überprüfen», sagt Stadtschreiber Martin Kunz. Liege das Ergebnis vor, könne der Stadtrat entsprechend reagieren.

Wer genau die Untersuchung vornimmt, ist noch nicht klar. Im Sinne einer «grösstmöglichen Transparenz und Glaubwürdigkeit» werde der Stadtrat dem Büro des Gemeinderats eine politisch möglichst breit abgestützte Spezialkommission beantragen. Welche Form und Befugnisse diese haben könnte und auf welchem Weg sie eingesetzt würde, werde nun Gegenstand von Gesprächen sein, so Kunz. 

Untersucht wird so oder so

Falls sich der Gemeinderat gegen eine Spezialkommission aussprechen sollte, kommt es laut Kunz aber dennoch zu einer Untersuchung. «Dann wird der Stadtrat eine noch zu bestimmende, unabhängige Fachstelle damit betrauen.» 

Die Frage bleibt, inwieweit die Öffentlichkeit über das Ergebnis informiert werden wird. So wurden in jüngster Vergangenheit zwei Untersuchungen im Bereich Soziales in Auftrag gegeben, die Berichte selber blieben aber unter Verschluss. Kunz:   «In welcher Form die Ergebnisse der Untersuchung publiziert werden, wird ebenfalls Bestandteil der Gespräche mit dem Büro Gemeinderat sein.»

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