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Fällander Gemeinderat lenkt nach Petition ein

Eigentlich wollte der Fällander Gemeinderat die Personenunterführung beim Schulhaus Lätten rückbauen, entschied sich nun aber für einen andere Lösung. Doch die Gegner sind nicht zufrieden.

Der Gemeinderat will die Treppe auf der Hälfte nach rechts zum neuen Fussweg führen., Heute führt die Treppe direkt auf den Velo-/Fussweg. Das sei ein Risiko, sind sich die Beteiligten einig.

Thomas Bacher

Fällander Gemeinderat lenkt nach Petition ein

Nachdem sich der Gemeinderat lange gegen den Erhalt der Personenunterführung an der Maurstrasse sträubte, hat er jetzt für eine Überraschung gesorgt. Statt die Unterführung rückzubauen, will er sie vom Kanton übernehmen und mit einigen Anpassungen erhalten.

Der geplante Umbau betrifft vor allem den Aufgang beim neuen Trakt des Lätten-Schulhauses. Hier soll die Treppe parallel zu Trottoir und Veloweg auf den neuen Fussweg geführt werden. Damit, so der Gemeinderat, könnten künftig «Konflikte» zwischen Passanten und Velofahrern vermieden werden.

Das Projekt kostet die Gemeinde gut 22‘000 Franken. Ein paar Tausend Franken übernimmt noch der Kanton.

Entscheid umgestossen

Doch was hat den Gemeinderat dazu bewogen, seinen früheren Entscheid zu kippen? «Es war die Petition mit mehr als 800 Unterschriften», sagt Tobias Diener (FDP), der Gemeindepräsident von Fällanden. Das Votum eines beträchtlichen Teils der Fällander Bevölkerung habe den Gemeinderat nachdenklich gemacht und letztlich dazu bewogen, alles nochmals detailliert anzuschauen. 

«Es gibt regelmässig schwere Unfälle auf Zebrastreifen.»

Roland Baldinger, Anwohner und Befürworter der Unterführung

Die jetzige Lösung erachtet Diener als ideal: «Sie ist kostengünstig, braucht wenig Platz, bietet für die Kinder eine grösstmögliche Sicherheit und kann erst noch schnell umgesetzt werden.»

«Ausführung mangelhaft»

Erbittert für die Unterführung gekämpft hat Roland Baldinger. Zusammen mit Mitstreitern schrieb er Leserbriefe, sammelte Unterschriften und gelangte sogar bis vor Verwaltungsgericht, das ihn jedoch als nicht einspracheberechtigt abwies. Zu den Plänen des Gemeinderats hat er eine klare Meinung: Die Weiterführung der Unterführung sei gut, die Ausführung jedoch mangelhaft.

Baldinger kritisiert, dass die bei den Bauarbeiten am Schulhaus entfernte Rampe der Unterführung nicht wieder erstellt wurde. Dies bedeute für die Schüler einen Umweg, weshalb sie die Abkürzung über die Strasse nehmen würden. Und für Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer sei die Unterführung komplett ungeeignet.

«Den Schulkindern traue ich schon zu, dass sie ein paar Meter Umweg in Kauf nehmen und die Unterführung benützen.»

Tobias Diener (FDP), Gemeindepräsident von Fällanden

Dass der Kanton auf der Maurstrasse Anfang 2021 mehrere Fussgängerstreifen erstellt, um den Verkehr zu verlangsamen, beruhigt ihn nicht – im Gegenteil: «Es gibt regelmässig schwere Unfälle auf Zebrastreifen», sagt er. Und auch die heranrasenden Velofahrer seien ein Problem.

Gegner haben noch eine Chance

Für Gemeindepräsident Diener spricht gegen die Rampe – neben Kosten «im sechsstelligen Bereich» –, dass die Schule den Platz beim Aufgang benötige. 

Der geplante Fussgängerstreifen im Bereich der Schule sei für Eltern mit Kinderwagen und ebenso für Rollstuhlfahrer geeignet und dank der Mittelinsel auch sicher. «Und den Schulkindern traue ich schon zu, dass sie ein paar Meter Umweg in Kauf nehmen und die Unterführung benützen.»

Ob die Pläne des Gemeinderats auch wirklich in der vorliegenden Form umgesetzt werden, steht noch nicht fest. Die Gegner hätten theoretisch die Möglichkeit, gegen den Entscheid beim Bezirksrat Beschwerde einzureichen. 

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