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Politik

«Es war natürlich keine ganz einfache Entscheidung»

Das Team der Oberen Mühle trotzt der aktuellen Corona-Situation und führt das gut zweiwöchige «Chrüz & Quär»-Festival durch. Im Interview spricht der stellvertretende Leiter Marco Wieser über die Gründe für den Entscheid, getroffene Schutzmassnahmen und schlechte Vorverkaufszahlen.

Herr Wieser, wegen Corona wurde schweizweit unzählige kulturelle Veranstaltungen abgesagt. Wieso führt die Obere Mühle das «Chrüz & Quär»-Festival durch?
Marco Wieser: Seit dem Ende des Lockdown sind Veranstaltungen in dieser Grössenordnung ja wieder möglich. Wir orientieren uns dabei ganz an den Vorgaben und Empfehlungen des Bundes und des Kantons Zürich. Das heisst: Wir haben ein Schutzkonzept und eine genaue Sitzplatzbuchung.

Hatten Sie niemals Bedenken?
Es war natürlich keine ganz einfache Entscheidung des Stiftungsrats. Wir wollten das Festival machen, gleichzeitig soll sich das Publikum sicher und wohl fühlen . Deshalb empfehlen wir auch das Tragen einer Maske. Und es ist uns möglich, jede Person sitzplatzgenau zurückzuverfolgen. Zudem haben wir im Festival-Zelt verschiedene Sektoren geschaffen und damit die Anzahl Sitzplätze von 290 auf rund 190 reduziert. Allen Gästen verschicken wir ausserdem eine Woche vor dem Veranstaltungstermin eine Mail mit Hinweis auf unser Schutzkonzept.

«Einige fürchten sicher die Kosten und Umtriebe für den Fall, dass eine Veranstaltung abgesagt wird .»

Der Vorverkauf läuft äusserst schleppend, können Sie das bestätigen?
Das ist so. Im Vergleich zu früheren Jahren haben wir gerade mal etwa die Hälfte der Tickets abgesetzt. Ich gehe davon aus, dass die Leute die aktuelle Lage im Auge behalten und eher kurzfristig buchen. Aktuell ziehen die Ticketverkäufe merklich an. Einige fürchten sicher die Kosten und Umtriebe für den Fall, dass eine Veranstaltung abgesagt wird oder Bund und Kanton die Vorgaben wieder verschärfen. Dabei fallen bei uns im Vergleich zu den grossen Veranstaltern keinerlei Gebühren an, weder beim Kauf noch bei der Rückford erung im Falle einer Annullation .

Womöglich haben die Leute momentan auch einfach keine Lust auf Veranstaltungen?
Nein, das glaube ich nicht. Wir hatten im Juni zwei Veranstaltungen im kleinen Rahmen auf der Gartenbühne, das haben die Gäste sehr genossen und man hat gesehen, dass die Leute nicht auf Kultur verzichten wollen. Auch das Gastspiel des Theater Kanton Zürich, das wir kurzfristig auf letzte Woche verschoben haben, war gut besucht. Geholfen hat da sicher auch, dass es sich um eine Freilichtvorstellung handelte.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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