Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

«Es war natürlich keine ganz einfache Entscheidung»

Das Team der Oberen Mühle trotzt der aktuellen Corona-Situation und führt das gut zweiwöchige «Chrüz & Quär»-Festival durch. Im Interview spricht der stellvertretende Leiter Marco Wieser über die Gründe für den Entscheid, getroffene Schutzmassnahmen und schlechte Vorverkaufszahlen.

Die Zelte stehen, jetzt folgt noch der Feinschliff., «Die Leute wollen nicht auf Kultur verzichten»: Marco Wieser, stellvertretender Leiter der Oberen Mühle., Damals war die Welt zumindest virentechnisch noch in Ordnung: Die A-Cappella-Gruppe «Bliss» bei ihrem Auftritt vor drei Jahren., Schon fast ausverkauft: Das Konzert von Philipp Fankhauser am 12. September., Pedro Lenz tritt zusammen mit Evelyn und Kristina Brunner am 13. September auf. , «Die Künstler freuen sich vor allem, dass sie wieder einmal auftreten können», sagt Marco Wieser.

Thomas Bacher

«Es war natürlich keine ganz einfache Entscheidung»

Herr Wieser, wegen Corona wurde schweizweit unzählige kulturelle Veranstaltungen abgesagt. Wieso führt die Obere Mühle das «Chrüz & Quär»-Festival durch?
Marco Wieser: Seit dem Ende des Lockdown sind Veranstaltungen in dieser Grössenordnung ja wieder möglich. Wir orientieren uns dabei ganz an den Vorgaben und Empfehlungen des Bundes und des Kantons Zürich. Das heisst: Wir haben ein Schutzkonzept und eine genaue Sitzplatzbuchung.

Hatten Sie niemals Bedenken?
Es war natürlich keine ganz einfache Entscheidung des Stiftungsrats. Wir wollten das Festival machen, gleichzeitig soll sich das Publikum sicher und wohl fühlen . Deshalb empfehlen wir auch das Tragen einer Maske. Und es ist uns möglich, jede Person sitzplatzgenau zurückzuverfolgen. Zudem haben wir im Festival-Zelt verschiedene Sektoren geschaffen und damit die Anzahl Sitzplätze von 290 auf rund 190 reduziert. Allen Gästen verschicken wir ausserdem eine Woche vor dem Veranstaltungstermin eine Mail mit Hinweis auf unser Schutzkonzept.

«Einige fürchten sicher die Kosten und Umtriebe für den Fall, dass eine Veranstaltung abgesagt wird

Der Vorverkauf läuft äusserst schleppend, können Sie das bestätigen?
Das ist so. Im Vergleich zu früheren Jahren haben wir gerade mal etwa die Hälfte der Tickets abgesetzt. Ich gehe davon aus, dass die Leute die aktuelle Lage im Auge behalten und eher kurzfristig buchen. Aktuell ziehen die Ticketverkäufe merklich an. Einige fürchten sicher die Kosten und Umtriebe für den Fall, dass eine Veranstaltung abgesagt wird oder Bund und Kanton die Vorgaben wieder verschärfen. Dabei fallen bei uns im Vergleich zu den grossen Veranstaltern keinerlei Gebühren an, weder beim Kauf noch bei der Rückford erung im Falle einer Annullation .

Womöglich haben die Leute momentan auch einfach keine Lust auf Veranstaltungen?
Nein, das glaube ich nicht. Wir hatten im Juni zwei Veranstaltungen im kleinen Rahmen auf der Gartenbühne, das haben die Gäste sehr genossen und man hat gesehen, dass die Leute nicht auf Kultur verzichten wollen. Auch das Gastspiel des Theater Kanton Zürich, das wir kurzfristig auf letzte Woche verschoben haben, war gut besucht. Geholfen hat da sicher auch, dass es sich um eine Freilichtvorstellung handelte.

«Bedenken bezüglich Hygiene haben wir keine vernommen.»

Was auffällt: Einige Abende des Festivals sind beinahe ausverkauft, für andere Auftritte wurden nur ein paar wenige Tickets abgesetzt. Deckt Corona die Schwächen des Programms auf?
Wir haben schon in früheren Jahren nicht nur auf möglichst zugkräftige Acts gesetzt, sondern wollten das Publikum auch gluschtig machen auf eher unbekannte Künstlerinnen und Künstler – mit dem Risiko, dass diese Vorstellung dann halt nicht ausverkauft sind. Das Festival soll einen Querschnitt dessen liefern, was das ganze Jahr über in der Oberen Mühle läuft. So gesehen hat sich nichts verändert, nur akzentuiert.

Müssen die Gäste Einschränkungen beim gastronomischen Angebot in Kauf nehmen?
Die Gastronomie ist unabhängig vom kulturellen Programm. Es gelten die gleichen Vorgaben wie für andere Restaurants auch, abgesehen davon läuft der Betrieb normal.

Gab es seitens der auftretenden Künstler Bedenken, was die Schutzmassnahmen am Festival betrifft?
Wir haben den Agenturen, mit denen wir zusammenarbeiten, unser Schutzkonzept geschickt. Bedenken bezüglich Hygiene haben wir keine vernommen. Die Künstler freuen sich vor allem, dass sie wieder einmal auftreten können.

Das Programm
 
Dienstag, 8. September, bis Sonntag, 27. September
Ausstellung «Keramik, Acrylbilder und Verwertungskunst» – Inge Christen, Verena Bisang & Gottfried Schmid
 

Mittwoch, 9. September, 20 Uhr
Peach Weber – «Gäxplosion»
 

Donnerstag, 10. September, 20 Uhr
Martin O. – «O solo io»
 

Freitag, 11. September, 20 Uhr
Schreiber vs Schneider – «Die Live-Kolumne – Best of»
 

Samstag, 12. September, 20 Uhr
Philipp Fankhauser – «Unplugged-Tour 2020»
 

Sonntag, 13. September, 17 Uhr
Pedro Lenz mit Evelyn und Kristina Brunner
 

Mittwoch, 16. September, 20 Uhr
Rob Spence – «Best of»
 

Donnerstag, 17. September, 20
Ennio Marchetto (IT) – «The Living Paper Cartoon»
 

Freitag, 18. September, 19.30 Uhr
Klezmerband Jomtov – «Techtelmechtel»
 

Freitag, 18. September, 20 Uhr
Nacht der Kleinkünste – Margrit Bornet, Res Wepfer, gemEinsam, Daniel Borak, Simon Chen
 

Samstag, 19. September, 20 Uhr
Tamara Cantieni – «Bad Influencer»
 

Sonntag, 20. September, 17 Uhr
Norbert Schneider & Band (AT) – «So wie’s is»
 

Mittwoch, 23. September, 20 Uhr
Kiko – «Solo»
 

Donnerstag, 24. September, 20 Uhr
Secondhand Orchestra Sgt. Pepper – «Ein Mundartabend»
 

Freitag, 25. September, 20 Uhr
Die Zwillinge – «Copy Paste»
 

Samstag, 26. September, 20 Uhr
Helga Schneider – «Miststück»
 

Sonntag, 27. September, 17 Uhr
Michel Gammenthaler – «Blöff»

 

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns