Lichterlöschen im Wilemer «Dreispitz»
Vor rund dreieinhalb Jahren haben Monica und Simon Mösch die Pacht des Café und Restaurants Dreispitz in Wila übernommen. Doch ab Ende Dezember wird das Lokal, das sich unweit des Bahnhofs Wila befindet, seine Türen für immer schliessen.
Ein Grund dafür ist, dass die Familie von Monica und Simon Mösch Zuwachs erhält. «Meine Frau und ich werden Ende dieses Jahres zum zweiten Mal Eltern», schreibt Mösch in einer Medienmitteilung der Dreispitz Wila GmbH.
Knackpunkt Kinderbetreuung
«Meine Frau hat das Restaurant eigentlich geführt. Sie war fast immer dort», erklärt er auf Anfrage. Sobald das zweite Kind auf der Welt ist, möchte sich Monica Mösch aber vermehrt auf ihre Familie konzentrieren. «Es ist unser Wunsch, dass unser Kind nicht schon als Baby fremdbetreut wird, nur damit wir das Restaurant weiterbetreiben können», betont Mösch.
«Auf längere Frist müsste man alles erneuern.»
Simon Mösch, Pächter Café und Restaurant Dreispitz
Bei ihm zeichnen sich ausserdem weitere berufliche Veränderungen ab: Er wird im Frühjahr voraussichtlich eine neue Stelle mit höherem Pensum an der Universität Zürich antreten. Er arbeitet dort bereits nebenberuflich als Assistent an einem Lehrstuhl. Gemeinderat in Wila will er bleiben.
Investitionen wären nötig
Die Möglichkeit, die Geschäftsführung des «Dreispitz» abzugeben, kommt für die beiden nicht in Frage. Das lohne sich nicht, meint Mösch. «Wenn wir jemanden für die Arbeit bezahlen müssen, die meine Frau und ich im Restaurant leisten, müssten wir weitaus mehr als eine Stelle schaffen.» Doch das sei finanziell nicht tragbar.
Ein weiterer Grund für die Geschäftsaufgabe ist, dass das Restaurant langsam aber sicher in die Jahre gekommen ist. «Auf längere Frist müsste man alles erneuern», so Mösch. So zum Beispiel das gesamte Mobiliar, den Boden oder die Sanitäranlagen.
Und auch viele Maschinen hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. «Die Spülmaschine und der Steamer halten sicher kaum mehr ein Jahr.» Zudem müssten das Kühlsystem und der Herd ersetzt werden. Und das alles ist teuer.
«Wir haben immer gesagt, dass wir zuerst schauen müssen, wie sich das Ganze entwickelt.»
Simon Mösch
Mösch geht davon aus, dass man einen rund sechsstelligen Betrag in die Infrastruktur investieren müsste. Zu viel, finden er und seine Frau. «Wenn man das macht, muss man wieder mit einem Betrieb von 20 bis 30 Jahren planen.» Dazu seien er und seine Frau aus den erwähnten Gründen nicht bereit.
Andere Prioritäten
Dass solche Investitionen absehbar gewesen seien, verneint Mösch nicht. «Wir haben immer gesagt, dass wir zuerst schauen müssen, wie sich das Ganze entwickelt.» Und nun sei die Zeit reif, die Prioritäten anders zu setzen.
Mit der Geschäftsaufgabe verlieren die vier Angestellten des «Dreispitz» auf Ende Jahr ihre Stelle. Monica und Simon Mösch wollen sie nicht im Stich lassen und sie beim anstehenden Bewerbungsprozess unterstützen.
Wila hat weiterhin Gastronomie
Klar ist bereits jetzt, dass die Möschs die letzten Pächter im Dreispitz waren. Die Liegenschaft gehört seit etwas mehr als vier Jahren den Eltern von Simon Mösch, dem Ärztepaar Hans-Peter und Daniela Mösch. Geplant ist, dass das ehemalige Restaurant zum Wohnbereich umgebaut wird.
Für Simon Mösch ist klar, dass die Lage des «Dreispitz» für ein Restaurant nicht optimal ist. Es sei deshalb richtig, dass im neuen Zentrum in Wila der Publikumsverkehr konzentriert wird. «Dort ist bereits die Pizzeria Don Giuseppe eingezogen und im Oktober wird die Konditorei Janz ihren neuen Geschäftsstandort eröffnen.» Ausserdem gebe es noch Mädy’s Genusslädeli und Beizli. Wila, so ist Mösch überzeugt, habe somit weiterhin ein ansprechendes Gastronomie-Angebot.
