Das ist der Leerstand in deiner Gemeinde
Die Schweiz verzeichnet einen neuen Rekord: Die Leerstände bei Wohnungen, die am 1. Juni zur Dauermiete oder zum Kauf angeboten wurden, stiegen dieses Jahr erneut. Insgesamt standen in der Schweiz zum Stichtag der Erhebung des Bundesamts für Statistik 78’832 Wohnungen leer – 3449 mehr als 2019. Damit steigt die Leerstandsquote von 1,66 auf 1,72 Prozent .
Die Kantone Aargau (+365 Leerwohnungen), Basel-Landschaft (+125), Luzern (+46) oder Zürich (+200), verzeichnen einen höheren Leerstand als im Vorjahr.
Es ist ein Spitzenplatz auf den man nicht besonders stolz sein kann: 362 Wohnungen standen in Uster per 1. Juni leer. So viele wie in keiner anderen Gemeinde im Kanton. Der Bezirkshauptort liegt in der Rangliste damit noch vor Städten wie Zürich und Winterthur, wo nur 339 respektive 311 Wohnungen auf dem Markt sind.
Vor allem 3- und 4-Zimmer-Wohnungen sind in Uster gemäss den neusten Zahlen des Statistischen Amts des Kantons Zürich noch zu haben. Begehrter sind im Vergleich dazu offenbar Einfamilienhäuser. Davon waren zum Erhebungszeitpunkt nur 21 verfügbar.
Ganz erklären kann man sich das in Uster nicht. «Mit den Preisen hängt es vermutlich nicht zusammen», sagt Joerg Schweiter, stellvertretender Stadtschreiber in Uster. «Möglicherweise liegt es daran, dass wir eine rege Bautätigkeit haben und dadurch noch nicht alle Wohnungen bezogen sind.» Es könne jedoch auch schlicht Zufall sein.
Höchste Quote in Mönchaltorf
Das Zürcher Oberland und das Glattal liegen in der Statistik weit oben. Vier Gemeinden befinden sich in den Top 10. Wetzikon liegt mit 275 Leerwohnungen an fünfter Stelle, weiter hinten folgt Dübendorf mit 217 (Platz 7) und Wald mit 156 (Platz 9).
Auch in relativen Zahlen ist die Region ganz vorne dabei. Hier belegt mit Mönchaltorf eine weitere Gemeinde aus dem Bezirk Uster den Spitzenplatz mit einer Quote von 4,4 Prozent. Einen Anstieg verzeichnet auch die Gemeinde Wald. Dort hat sich die Leerstandsquote seit 2016 verdreifacht. Heute liegt sie bei 3,2 Prozent. Fast komplett ausgelastet ist das Immobilienangebot dagegen in Wildberg (2 Leerstände), Seegräben (11) sowie Russikon und Wila (je 12).
Das Zürcher Oberland ist eine von vier Regionen, in denen das Statistische Amt des Kantons Zürich seit rund sieben Jahren stark steigende Leerwohnungsziffern verzeichnet. Erst in den letzten Jahren hätten sich diese auf vergleichsweise hohem Niveau stabilisiert, schreibt das Amt in einer Medienmitteilung. «Kleine und mittelgrosse Wohnungen stehen hier besonders oft leer und je nach Wohnungsgrösse wird eine Leerwohnungsziffer von bis zu 2,5 Prozent erreicht.»
Wohnungssuche wurde einfacher
Kantonsweit stehen derzeit 6850 Wohnungen leer. Knapp 6000 davon sind Mietwohnungen. Gemäss dem Amt schwankt der Anteil der Mietwohnungen an den gemeldeten Leerwohnungen in den meisten Regionen zwischen 80 und 90 Prozent.
Im Vergleich zu früher sei der Markt insgesamt ausgeglichener, schreibt das Amt. «Zwar gab es auch 2013 an vielen Orten im Kanton leere Wohnungen, die Wohnungssuche gestaltete sich damals jedoch etwas schwieriger als heute.» Wie das Amt betont, habe der Kanton Zürich im schweizweiten Vergleich jedoch nach wie vor eine der tiefsten Leerwohnungsziffern.
Sinkende Leerstände im Glattal
Besonders bemerkenswert ist für das Amt die Entwicklung der Leerwohnungsziffern im Glattal. Zwar lägen diese für fast alle Wohnungsgrössen deutlich höher als beispielsweise am Zimmerberg. Betrachte man jedoch die letzten zehn Jahre, stelle das Glattal die einzige Region mit mehrheitlich stabilen beziehungsweise sogar sinkenden Leerwohnungsziffern dar.
«Dies erstaunt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass mit Ausnahme der Stadt Zürich, in keiner anderen Region so viel gebaut wurde.» Scheinbar habe man es geschafft, sich in der Menge und Struktur der Wohnungen nahe am Bedarf zu orientieren. Da in dieser Region bereits viele Bauprojekte eingereicht worden seien, werde es spannend zu beobachten sein, ob trotz der unklaren Corona-Lage die Bevölkerungsentwicklung mit der Bauentwicklung Schritt halte.
