Sängerin Mercee will mit spanischen Liedern durchstarten
Die Musik begleitet Mercee, die mit bürgerlichem Namen Alessia Buttolo heisst, schon seit sie ein Kind war. «Die kreative Ader in mir war schon immer sehr stark», sagt sie. So nahm sie Gesangsunterricht und war beispielsweise Mitglied der Schülerband der Sekundarschule Wila. Später lebte sie einige Jahre in Wetzikon, heute wohnt die gelernte Coiffeuse in Zürich.
Als Teenager wusste Buttolo, dass sie eigene Lieder schreiben und produzieren möchte. «Das habe ich dann auch gemacht, doch rückblickend war das Resultat natürlich nur mittelmässig», erinnert sie sich. Doch sie blieb der Musik treu.
2019 veröffentlichte sie ihre erste EP «Hypnotized». EP steht für «Extended Play» und bezeichnet ein kurzes Album. Als Künstlername wählte sie Mercee. Das ist eine Abwandlung ihres Mittelnamens Merced.
Mit digitalen Hilfsmitteln
Um das Projekt «Hypnotized» zu realisieren, arbeitete sie mit dem jungen Produzenten Mathieu Bitz zusammen. «Wir haben eigentlich fast alles selber gemacht», erinnert sie sich. «Es war wirklich ein absolutes ‹Low-Budget›-Projekt.»
Running, ein Lied von Mercees erster EP, Quelle: Youtube / Mer Cee
Die Lieder komponierte Mercee selber, und zwar im Stil von Neo-Soul und Rhythm and Blues. Die Musik spielte zumeist ihr Produzent ein. «Das geht heute mit digitalen Mitteln, so dass man nicht immer Instrumente braucht.» Aufgenommen wurden die ausschliesslich englischen Lieder aus Kostengründen in der Zürcher Hochschule der Künste im Toni-Areal.
Die «Crew» im Rücken
Nach der Veröffentlichung dieser EP war die Resonanz überraschend gross. So durfte Mercee bereits im Mai 2019 im SRF-Jugendsender Virus an einer Live-Session teilnehmen. «Heute läuft vieles über Social Media», erklärt sie. «Jemand sieht dein Video, findet es gut. Und dann führt das eine zum anderen.» Deshalb sei es zentral, ein gutes Netzwerk aufzubauen. «Die richtigen Kontakte können einem die Türen öffnen.»
«Doch schnell merkte ich, dass es mit einer Band einfach besser ist.»
Mercee, Sängerin
In der Zwischenzeit ist sie umgeben von einer «Crew», wie sie es nennt. Kurz nachdem «Hypnotized» veröffentlicht war, kamen nämlich auch die ersten Anfragen für Live-Auftritte. Zuerst sang sie noch zur Musik ab Tonband. «Doch schnell merkte ich, dass es mit einer Band einfach besser ist.» Und so gehören nun auch einige Musiker zu ihrem Team. Regelmässig proben sie in einem Bandraum in Wallisellen.
Nische für spanische Lieder
Zu ihrer «Crew» gehört heute auch Produzent Vasco Bachmann, der ein eigenes Tonstudio in Zürich hat. Er war auch an Mercees zweiter EP «La Luna Yena» beteiligt, die Anfang dieses Jahres erschienen ist. Auf dieser sind erstmals neben englischen auch spanische Lieder erschienen. Die Sprache ist ihr nicht fremd. Ihre Mutter kommt aus Kuba.
«In meiner Musikrichtung, einem Mix aus Neo-Soul, Rhythm and Blues sowie Pop- und Elektro-Elementen, gibt es bei spanischen Liedern noch eine grosse Nische», erklärt sie diesen Schritt. So hofft sie nun, dass ihre Karriere weiter an Fahrt aufnimmt.
Bereits im Juli konnte die Sängerin eine weitere Single «A mi manera» veröffentlichen. Diese durfte sie wiederum beim SRF vorstellen. «Etwas später kontaktierte mich die Musikverantwortliche vom Radio nochmals und fragte, ob ich Zeit hätte vorbeizukommen für ein Videoportrait.» Mercee stimmte zu.
Auf eigenen Beinen stehen
An diesem Termin erfuhr sie ganz beiläufig, dass sie zum «SRF 3 Best Talent» des Monats August erkoren wurde. Jeden Monat zeichnet der Radiosender einen aufstrebenden Musiker oder eine Musikerin aus. Diese erhalten gleichzeitig eine Plattform, um sich der breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.
Mercees Live-Auftritt bei SRF 3, Quelle: Youtube / SRF 3
So hielt Mercee letzte Woche einen weiteren Live-Auftritt auf Radio SRF3. Ebenfalls war sie an einem Samstagnachmittag zu Gast in der Sendung «Wochen Rund Show», einem vierstündigen Newsquiz. «Ich erhielt danach sehr viele Rückmeldungen und das freut mich immer sehr.» Nun hofft sie, dass sie von den zwölf Best Talents in die engere Auswahl für einen Swiss Music Award kommt.
Auf ihren Lorbeeren ausruhen wird sich Mercee nicht. Sie arbeitet derzeit an ihrer dritten EP und freut sich nun auf erste Auftritte nach der corona-bedingten Zwangspause. Von ihrer Musik leben kann sie aber nicht, auch wenn viele ihrer Lieder bereits im Radio gespielt werden. Deshalb arbeitet sie 80 Prozent als Coiffeuse, dadurch kann sie von den Produktionskosten bis zu den Musikvideos alles selber bezahlen. «Das ist mir extrem wichtig: Niemand muss mich finanzieren.»
